Bildungsausschuss

Keine Voten zu Estedt und Mieste

Der Kreis-Bildungsausschuss hat am Dienstag, 6. Oktober, die Empfehlung über die Schließung der Grundschule Estedt vertagt.

Von Uta Elste

Salzwedel/Estedt/Mieste l Der Kreis-Bildungsausschuss hat während seiner Sitzung am Dienstag keine Empfehlung an den Kreistag gegeben, den Grundschulstandort Estedt aufzuheben. Der entsprechende Tagesordnungspunkt wurde schließlich abgesetzt. Schulamtsleiterin Christel Gießler hatte zuvor darauf hingewiesen, dass die Kreistagsmitglieder mit ihrer Empfehlung die Schulentwicklungsplanung lediglich an den Ist-Zustand anpassen würden. Die Schule erreicht die vom Land geforderte Mindestschülerzahl von 52 nicht mehr. Zum neuen Schuljahr gab es daher in Estedt keine Einschulung. Die anderen Schüler werden jetzt in der Gardeleger Reutter-Grundschule unterrichtet.

Allerdings hat der Gardeleger Stadtrat bislang noch keinen Beschluss gefasst, die Schule zu schließen und damit den Schulbezirk, zu dem neben Estedt auch Schenkenhorst, Berge, Ackendorf, Laatzke, Zichtau und Wiepke gehören, aufzuheben. Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Zepig (SPD) kündigte an, dass dieser Beschluss während der Stadtratssitzung im Dezember auf der Tagesordnung stehen werde. Zwar hatte die ursprüngliche Schulentwicklungsplanung ausdrücklich die Option einer positiven Entwicklung der Schülerzahlen berücksichtigt. „Ich glaube nicht an eine positive Entwicklung“, so Zepig.

Dennoch wollten die Kreistagsmitglieder dem Gardeleger Stadtrat nicht vorgreifen. „Ich weigere mich, das zu beschließen“, so Frank Rossau (Grüne/Freie Liste). Bei einer Stimmenthaltung von Vorsitzender Angelika Scholz (Linke) entschieden die Ausschussmitglieder, diesen Tagesordnungspunkt abzusetzen, ebenso den folgenden zum Einzugsbereich der Sekundarschule Mieste. Zu diesem gehörten bislang die Einzugsbereiche der Grundschulen Mieste, Letzlingen und Estedt. Die Reutter-Grundschule, in der die Kinder aus Estedt und den umliegenden Orten jetzt lernen, gehört jedoch zum Einzugsbereich der Karl-Marx-Ganztagsschule. Würden die Jungen und Mädchen aus dem Bereich Estedt künftig dort unterrichtet werden, würde der Standort Mieste geschwächt. Deshalb sollten die Kinder aus Estedt und Umgebung von der Reutter-Grundschule an die Sekundarschule Mieste wechseln, heißt es in der Beschlussvorlage.

„Es macht doch keinen Sinn, an Gardelegen vorbei zu fahren“, kritisierte Frank Rossau, worauf Mandy Zepig erwiderte, dass auch die Kinder aus Letzlingen an Gardelegen vorbei zur Schule nach Mieste fahren würden. Insgesamt vermissten die Ausschussmitglieder konkrete Zahlen, wie viele Kinder aus den sieben Orten der Grundschule Estedt in Mieste unterrichtet werden. Mandy Zepig schlug vor, nach dem Stadtratsbeschluss zur Grundschule Estedt erneut den zum Einzugsbereich der Sekundarschule Mieste auf die Tagesordnung zu setzen.