Gardelegen l Manche Menschen haben Vorurteile gegenüber Kindern, die in einem Heim leben. Sie denken, dass das Kinderheim ein Armutszeugnis sei und der letzte furchtbare Ausweg für manche Kinder darstellt. In der Realität sieht das jedoch ganz anders aus.

Wie, das zeigt seit nunmehr 25 Jahren Michael Tüngler zusammen mit seiner Frau Martina und einem Team aus pädagogischen Mitarbeitern. Die Tünglers sind Inhaber des Kinderheimes „Heidehaus“ in Gardelegen, des „Eulennestes“ Jerchel und der Erziehungsfachstelle in der Hopfenstraße in Gardelegen. „Natürlich ist dieser Job nicht immer einfach, jedoch zu sehen, wie die Kinder erwachsener werden und langsam Kontakt zulassen und sich positiv entwickeln, ist so viel wert“, sagte Michael Tüngler am Freitag während einer Feierlichkeit.

Der Aufbau einer Verbindung sei zwischen Jugendlichen und Betreuern der erste Schritt, da laut Tüngler Vertrauen die Grundlage für ein harmonisches Zusammenleben bildet. Denn ist der Berg erst erklommen, dann wird der weitere Weg einfach, wie es Tüngler formulierte: „Wir pflegen einen demokratischen Erziehungsstil.“ Dabei ist Konsequenz unverzichtbar, da der Nachwuchs lernen soll, sein Leben selbst zu organisieren. „Dazu gehören neben Schule sowie Ausbildung weitere Alltagsdinge“, so Tüngler, der während der Feierlichkeit viele Mitarbeiter und Unterstützer der Einrichtungen begrüßen konnte.

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Derzeit leben im Kinderheim Heidehaus zwölf Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Alter von 8 bis 20 Jahren. Im „Eulennest“ in Jerchel sind die Kinder dagegen 11 Monate bis 12 Jahre alt. „Außerdem werden noch drei kleine Kinder in der Erziehungsfachstelle betreut“, wie Tüngler erklärte.

In einer kurzen Ansprache dankte er seinem Team, dass in den zurückliegenden Jahren sehr viel dazu beigetragen habe, dass es den Bewohnern der Kinderheime gut geht und sie auf den richtigen Weg geführt werden. „Ich habe in meinen 25 Jahren Berufserfahrung noch nicht erlebt, dass ein Kind, dass bei uns im Kinderheim betreut wird, die Klassenstufe nicht geschafft hat“, bilanzierte Michael Tüngler positiv.

Was laut Tüngler ein Zeichen dafür wäre, dass es den Kindern und Jugendlichen in der Einrichtung gut geht. Als Dankeschön erhielt Tüngler am Freitag Sonnenblumen von den Jungen und Mädchen der Kinderheime, die sich danach schminken ließen oder sich auf der Hüpfburg austobten, die extra für den Tag aufgebaut wurde.