Kalbe l „Ja, es geht wieder los. Aber es wird nicht so sein, wie es vor Corona war“, macht Marina Krüger, in der Stadtverwaltung für Kita-Angelegenheiten zuständig, deutlich. Zwar dürfen ab kommender Woche wieder alle Kinder ihre Einrichtungen besuchen, aber mit eingeschränktem Regelbetrieb. „Es geht nicht regulär los. Die Kinder werden in festen Gruppen mit festen Erziehern betreut.“ Dabei müsse beachtet werden, dass die Kinder aus den verschiedenen Gruppen nicht miteinander in Kontakt treten. Die Kinder werden zumeist an der Eingangstür der Einrichtung in Empfang genommen. Auch bei den Mahlzeiten werde sich etwas ändern. So werden die Kinder ihr Essen nicht mehr selbst auffüllen dürfen. Sie erhalten es nun direkt von den Mitarbeitern.

Krüger hofft, dass Eltern, die die Möglichkeit haben, ihre Kinder nicht in vollem Umfang in der Kita betreuen zu lassen, sie für weniger Stunden in die Einrichtung bringen. „Das wäre eine Erleichterung“, denn die Betreuung in Gruppen habe Auswirkungen auf den Personalschlüssel, sagt sie.

Überstunden stehen an

Bei elf Stunden Öffnungszeit würde die volle Betreuung enorme Überstunden nach sich ziehen, gibt auch Martina Ebeling, Leiterin der Kita „Zwergenland“ in Kakerbeck, zu bedenken. Schließlich dürfen die Erzieherinnen nicht zwischen den einzelnen Gruppen wechseln, so dass eine Kraft eine Gruppe betreue. Werden die vollen Betreuungsstunden beansprucht, bedeute dies für die Erzieherin einen langen Arbeitstag. Dabei sei die Arbeitszeit bereits von 30 auf 40 Wochenstunden erhöht worden. „Ich weiß nicht, ob die Eltern Verständnis haben. Eine Betreuung von morgens bis abends, das geht im Moment nicht“, so Ebeling. Konnten zuvor auch die Hortbetreuerinnen am Vormittag in den Kita-Gruppen eingesetzt werden, ist dies nun nicht mehr möglich. Für die Umsetzung der eingeschränkten Regelzeit werden auch in Kakerbeck feste Gruppen gebildet mit festen räumlichen Bereichen und eigenen Sanitärräumen. Jede Gruppe wird auch auf dem Spielplatz einen separaten Bereich zur Nutzung erhalten.

Auf verständnisvolle Eltern setzt das Team der Kita „Märchenland“ in Kalbe. Dort werden auch Gruppen mit separaten Räumen, Garderoben und Sanitärbereichen gebildet, doch ob tatsächlich ausgeschlossen werden kann, dass sich Kinder verschiedener Gruppen nicht doch kurzzeitig begegnen, werde die Praxis zeigen, heißt es.

Besonderen Tag gestalten

Und weil der 2. Juni ja auch der Tag nach dem Kindertag ist, werden im „Märchenland“ die Mädchen und Jungen diesen in kleinen Runden auch etwas feiern. „Große Höhepunkte wird es demnächst aber nicht geben“, so Kita-Leiterin Katrin Berndt. So werden auch die zukünftigen Schulkinder diesmal in kleinem Rahmen verabschiedet – wie es auch in den anderen Einrichtungen der Fall sein wird.

Auch im „Knirpsenland“ Jeetze wolle das Erzieher-Team den Kita-Start „so schön wie möglich“ gestalten – in kleinen Gruppen, verstehe sich. So sei eine kleine Festwoche geplant, damit jede Gruppe Gelegenheit habe, schöne Momente in der Kindertagswoche zu verleben, kündigt Kita-Leiterin Sigrun Mösenthin an.

398 Kinder gemeldet

Zuversichtlich, das Konzept umzusetzen, ist auch Sabine Otte, Leiterin der Kita „Waldspatzen“ in Brunau. „Platz haben wir ja.“ Für die insgesamt 31 Kinder stünden genügend Räume bereit, um diese in Gruppen betreuen zu können. Zudem verfüge die Einrichtung über zwei Spielplätze. Es werde relativ normal in der nächsten Woche starten, so Otte.

Insgesamt sind in den kommunalen Einrichtungen 398 Kinder gemeldet. Genehmigte Anträge für die Notbetreuung lagen zuletzt 155 vor. Tatsächlich wurden beispielsweise am Dienstag 93 Kinder notbetreut.

Das ist eine Herausforderung

Aber auch in den Tagesstätten anderer Träger müssen die Corona-Richtlinien für den eingeschränkten Regelbetrieb eingehalten werden. „Das ist eine Herausforderung“, äußert Kirstin Müller, die die Kita „Pünktchen“ unter Trägerschaft des Sozialdienstes der Arbeiterwohlfahrt (Awo) leitet. Das pädagogische Konzept dieser Einrichtung sieht vor, dass sich die Kinder innerhalb der Einrichtung frei bewegen können, gruppenübergreifend miteinander agieren. Das kann nun nicht umgesetzt werden. Auch dort gilt es, Gruppen zu bilden. Zudem schätzt Müller es als schwierig ein, in den ersten Tagen die Forderungen umzusetzen, denn nach der langen Kita-Pause werden viele Kinder Bedürfnisse haben, miteinander in Kontakt zu treten, sich mitzuteilen. „Es wird viel pädagogisches Geschick verlangt, damit umzugehen.“

Auch in der freien Kita in Wernstedt werden die 18 Kinder in Gruppen aufgeteilt. Im „Schatzkästchen“ Kalbe – Träger ist die Lebenshilfe – werden die geforderten Maßnahmen ebenfalls umgesetzt. „Einiges wird sich ändern müssen. So wird ein gemeinsames Frühstück aller 24 Kinder zunächst nicht mehr stattfinden“, stellt Sarah Hackler, stellvertretende Kita-Leiterin, in Aussicht. Auch der Singekreis werde sich nicht treffen. Gruppen würden so gebildet, dass Geschwisterkinder zusammen betreut würden.