Gardelegen l Die strengen Corona-Auflagen in den Krippen, Kindergärten und Horten sind vorbei. Am 27. August kann der Regelbetrieb wieder aufgenommen werden. Das bestätigte Susan Schulz, die als Fachgebietsleiterin in der Stadtverwaltung für die städtischen Kindereinrichtungen zuständig ist, im Gespräch mit der Volksstimme.

Das bedeutet unter anderem, dass es in den 22 kommunalen Einrichtungen der Einheitsgemeinde Gardelegen wieder offene und teiloffene Angebote für alle Kinder der Einrichtung geben darf und sie auch nicht mehr nur in festen Gruppen mit einer festen Erzieherin betreut werden dürfen.

Morgens und abends wieder zusammen spielen

„Wir hoffen, dass morgens und abends wieder Sammelgruppen mit Kindern verschiedener Gruppen geben darf“, hatte dazu Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Schumacher im jüngsten Pressegespräch erklärt. Und der entsprechende Erlass vom Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration zur Wiederaufnahme des Regelbetriebes in den Kindertageseinrichtungen vom 21. August lässt dies auch zu.

Im Erlass ist zudem festgelegt, dass jede Kita über einen Hygieneplan verfügen müsse und Kinder mit Verdacht auf eine Corona-Infektion die Einrichtung nicht besuchen dürfen. Eltern müssen schriftlich bestätigen, dass ihre Kinder keine Symptome haben oder Kontakt zu einer infizierten Person hatten.

Ein Besuchsverbot gilt aber nicht für „Kinder unter drei Jahren mit typischer laufender Nase ohne weitere Krankheitszeichen“ und „Kinder ab drei Jahre mit einer leichten banalen Erkältung, die kein Fieber, kein Krankheitsgefühl und insbesondere keinen trockenen Husten haben“, heißt es im Erlass weiter. Beim Bringen und Abholen des Kindes tragen die Eltern bitte einen Mund-Nasen-Schutz, hat die Stadt zudem festgelegt.

Mandy Schumacher nutzte das Pressegespräch auch, um den kleinen Dank der Stadt an die Eltern, die in systemrelevanten Berufen in Coronazeiten gearbeitet haben und deren Kinder im Monat Mai eine Notbetreuung in den städtischen Kitas und Horten in Anspruch nehmen mussten, auszuwerten.

157 von 391 Eltern, denen der 30-Euro-Bonus zugestanden hätte, hatten bis zum Stichtag 15. August eine Quittung eingereicht. Das seien 40,15 Prozent. „Und ich finde, dass das eine gute Quote ist“, schätzte die Bürgermeisterin ein, denn es ging schleppend los.

Wieder reguläre Öffnungszeiten

Doch am Ende zahlte die Stadt insgesamt 4.687,59 Euro aus für 54 Besuche in einem Restaurant, einer Bar oder einem Eiscafé, für 19 Besuche eines Kosmetik- oder Nagelstudios, für 47 Friseurbesuche und für 37 Einkäufe beim örtlichen Einzelhandel.

Mit der Aufnahme des Regelbetriebes in den Betreuungseinrichtungen sind auch die eingeschränkten Öffnungszeiten Geschichte. Das Personal ist wieder vollständig im Einsatz, erklärte Susan Schulz. Und das sei auch wichtig, denn die 22 Kindereinrichtungen, in denen 1677 Mädchen und Jungen – 385 in der Krippe, 655 in den Kindergärten und 637 in den Horten – betreut werden, sind alle gut ausgelastet.

Noch relativ viele Plätze sind laut Schulz in den neu gebauten Einrichtungen in Estedt und Jävenitz frei. In den anderen Einrichtungen könne es aber auch mal dazu kommen, dass ein Kind nicht die Wunscheinrichtung der Eltern besuchen könne, da alle Plätze belegt seien, und damit erst einmal in einer anderen Einrichtung in der Stadt oder auf den Dörfern betreut werden müsse.

Dabei werde aber natürlich darauf geachtet, dass die Wege nicht all zu weit sind. „Wir gucken aber schon, dass jemand aus Miesterhorst sein Kind nicht nach Letzlingen bringen muss“, nannte Schulz als Beispiel.

Wie sie außerdem erläuterte, sind den Einrichtungen personell grundsätzlich gut ausgestattet. Da es aber viele junge Erzieherinnen seien, komme es schon öfter zu Ausfällen, wenn sich familiär bei ihnen etwas ändert. Aus diesem Grund sei die Stadt ständig bestrebt, das zu kompensieren, um den Nachwuchs in kompetenten Händen zu wissen.