Sachau l Ein Regenschirm wäre hilfreich gewesen – nicht weil es das schon lange ersehnte Wasser endlich von oben gab, sondern als Sonnenschutz. Denn Klärchen brannte beim Sachauer Kränzchenreiten gnadenlos und heiß am blauen Himmel, ließ Mensch und Tier so richtig schwitzen und Staubwolken vom ausgedörrten Boden aufsteigen.

Dennoch gaben die sieben Reiter und fünf Amazonen auf ihren Pferden beim Kampf um die Eichenlaubkränze alles. Im Galopp preschten sie über die Wettkampfbahn, rissen den Arm mit dem Stab nach oben und stachen zu. Mit Glück hatten die Männer alle vier, die Frauen alle drei Eichenlaubkränze am Galgen erwischt, die sie noch ein kurzes Stück des Weges festhalten mussten, bevor sie sie zu Boden werfen durften. Moderiert wurde der Wettkampf wieder von Viola Mewes. Ihr zur Seite saßen als Wettkampfgericht Andrea und Theresa Holz.

Junior und Senior bei den Mensch und Tier

Und am Besten gelang dies bei den Männern dem mit 67 Jahren ältesten Teilnehmer Detlef Schachel aus Solpke und bei den Frauen Monika Rose aus Jerchel – beides bekannte Lokalmatadoren. Zudem gingen neun Kinder an den Start, für die in niedrigerer Höhe kleine Kränze aufgehängt wurden. Und sie waren alle Sieger. Die Jüngste unter ihnen, Hanna Schütze aus Beetzendorf, zählte gerade einmal vier Jahre. Und auch bei den Pferden gab es Junioren und Senioren. So ist Eika von Antje Sturm aus Katterbach in Bayern bereits 27 Jahre und Schoki von Sören Holz aus Sachau, der mit seinen 13 Jahren erstmals bei den Männern startete, 26 Jahre alt. Das jüngste Pferd im Wettkampf war Sepp von Frank Lemme mit vier Jahren.

Und es wurden nicht nur Eichenlaubkränze gestochen. Die Mitglieder des Sachauer Kränzchenreitvereins um ihren neuen Vorsitzenden Philipp Winkler, die am Sonntag an ihren roten T-Shirts zu erkennen waren, luden die Kränzchenreiter in diesem Jahr auch noch zu einem Ringreiten ein, das sich die Sachauer im Salzlandkreis abgeschaut hatten. Dabei mussten kleine Metallringe vom Galgen gestochen werden. Das wurde nun zum ersten Mal in Sachau ausprobiert, deshalb gab es keine Wertung. Es war aber eine gelungene Premiere.

Ringreiten als Premiere in Sachau

Insgesamt waren es spannende Wettkämpfe, die die Besucher zu sehen bekamen. Und hungrig und durstig musste auch niemand bleiben. Die Frauen des Dorfes hatten 22 Kuchen gebacken, die sich jeder zum Kaffee schmecken lassen konnte. Auch Herzhaftes vom Grill gab es sowie kühle Getränke und Eis. Für die Kinder hatten die Vereinsmitglieder zudem ein Hüpfburg zum Herumtoben organisiert.