Letzlingen l „Ich bin sehr dankbar, dass das geklappt hat.“ Letzlingens Ortsbürgermeisterin Regina Lessing ist über eine Baulücke im Heidedorf hoch erfreut. An der Klosterstraße marodierte jahrzehntelang die ehemalige Konsumschule , in der früher Spitzenköche ausgebildet wurden, vor sich hin. Nach der Wende, 1990/1991, hatte ein Mann aus Bremen sie für „nen Appel und Ei“ ersteigert. Gemacht hatte der Besitzer in all den Jahren allerdings nichts. Nun ist sie Geschichte, denn die Stadt Gardelegen konnte sie im Herbst 2018 ersteigern und ließ sie in diesem Frühjahr abreißen. Deshalb kann nun ein neues Kapitel für das Letzlinger Kulturhaus aufgeschlagen werden, freut sich Lessing. Denn es soll, so der Wunsch von ihr und dem Ortschaftsrat, weiter kulturelles Zentrum des Heidedorfes bleiben, in das viele junge Leute ziehen. Allerdings weiß sie auch, dass das noch „ein großer Karaftaufwand“ werden wird.

Anbau soll Vereinsraum werden

Einige Arbeiten zur Sicherung des Anbaus am Giebel des Kulturhauses, der nicht mit abgerissen wurde, wurden auch schon von Seiten der Stadt unternommen. Der Anbau wurde seitlich verputzt und eine Bautür als Zugang eingesetzt. Diesen Anbau möchte die Ortschaft laut Ortsbürgermeisterin gern als Vereinsraum, den auch die Sänger, aber nicht nur nutzen können, sprich als zusätzlichen, kleineren Mehrzweck- und Versammlungsraum herrichten lassen. Das ist das Ergebnis eines ersten Gedankenaustausches zwischen Regina Lessing, Gardelegens Bauamtsleiter Ottmar Wiesel und Stadtkämmerer Maik Machalz vor kurzem. Um den Raum aber sinnvoll nutzen zu können, sind zahlreiche Arbeiten erforderlich. Wie Wiesel ausführte, müsse eine Verbindung mittels Tür zum Kulturhaus geschaffen werden, damit die künftigen Nutzer Strom, Wasser und Sanitäranlagen des Kulturhauses nutzen können. Dafür sind konkrete Planungen notwendig, die sich neben den rein technischen Aspekten auch auf Brandschutzmaßnahmen wie Flucht- und Rettungswege oder Ähnliches erstrecken müssen.

Sanierung in Jahresscheiben

Fest steht laut Wiesel, dass für die Nutzung in jeglicher Art eine grundhafte Sanierung erforderlich sein wird. Es seien unter anderem eine neue Decke, ein neuer Fußboden und neue Fenster notwendig. Das wurde bereits bei den ersten Arbeiten zur Entkernung vor Ort deutlich. Inwieweit die vorhandene Tür, die auf der linken Giebelseite als Baustellentür eingebaut wurde, um überhaupt Zugang zu dem Raum zu erhalten, an der Stelle erhalten bleiben kann, hängt noch von weiteren Überlegungen und Planungen für den Bereich der Außenanlagen an der Stelle, an der die Konsumschule stand, ab. Die Überlegungen gehen in Richtung Toilettenanbau für das Kulturhaus, da die Sanitäranlagen laut Lessing das größte Sorgenkind sind, die Herrichtung der Fläche als Hof und eine teilweise Nutzung an der Straße als Parkplatz.

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Über einen zeitlichen Rahmen könne gegenwärtig noch nicht spekuliert werden. Das machte Wiesel deutlich. Und auch Regina Lessing weiß, dass vieles natürlich von den finanziellen Möglichkeiten abhängt. Denn mit der Sanierung des Anbaus und der Gestaltung der Außenanlagen ist es bezüglich des Kulturhauses nicht getan. Eigentlich müsste auch die hintere Fassade energetisch saniert werden. Das war seit der Wende nicht möglich, da das Grundstück zur ehemaligen Konsumschule gehörte. Auch Überlegungen zur Nutzung der Wohnung, die es auf der dem Anbau entgegengesetzten Seite im Kulturhaus gibt, die aber in ihrem derzeitigen Zustand nicht bewohnbar ist, wären notwendig. Sie rechnet mit einem Investitionsvolumen von bis zu einer halben Million Euro. Vielleicht ist alles peu à peu in mehreren Jahresscheiben möglich, so Regina Lessing. Wichtig sei aber, erstmal anzufangen und dafür zusammenzuarbeiten.