Gardelegen l Ein bisschen fallen sie aus der Reihe, die Zwillingsbrüder Julius-Tim und Linus-Tim aus Algenstedt. Denn ihre Namen finden sich nicht auf der Rankingliste der beliebtesten Vornamen 2019 der Babys, die im Gardeleger Altmark-Klinikum das Licht der Welt erblickten und deren Geburt im Gardelegener Standesamt beurkundet wurde. Das muss ja auch nicht sein, denn die Sache mit den Vornamen ist ja bekanntlich so eine Sache für sich. Für viele Eltern ist die Suche nach einem oder auch mehreren Vornamen für ihren Nachwuchs eine halbe Wissenschaft. Da wird in einschlägiger Literatur geblättert, im Internet gesucht, Freunde und Familien befragt ... Am Ende ist die Namenswahl eine ganz persönliche, fast intime Sache der Eltern. Und die haben im vorigen Jahr die Spitzenplätze etwas anders vergeben als in den Jahren zuvor, wo Mia, Maja und Anna oder Paul, Ben und Oskar an der Spitze lagen.

347 Kinder erblickten das Licht der Welt

Ella und Bruno führen in der Vergabe zwar die Liste für 2019 an, aber ganz genau genommen sind es Frieda und Frida und Finn und Fynn – ein Name, aber in unterschiedlichen Schreibweisen, wie Standesbeamtin Petra Wendel betonte.

Drei Zwillingspärchen, keine Hausgeburt

347 Kinder erblickten im vorigen Jahr im Gardelegener Altmark-Klinikum das Licht der Welt – zwei mehr als im Jahr zuvor. Die Mädchen sind mit 179 Babys in der Überzahl, bei den Jungen waren es 168 Geburten. Drei Zwillingsgeburten waren dabei: einmal ein Mädchenpärchen und zweimal Jungen. Das Algenstedter Zwillingspaar Julius-Tim und Linus-Tim kam nicht in Gardelegen zur Welt, sondern in Hannover (3. Januar 2019 – die Aufnahme zeigt das Zwillingspärchen und seine Eltern Josephina-Maria Milz-Wolter und Michael Wolter bei der Übergabe des Begrüßungsgeschenkes in Algenstedt).

Zu den geburtenstarken Jahrgängen gehören der 17. März mit 5 Kindern, der 24. Juni und der 29. Juni mit jeweils vier Kindern. Hausgeburten gab es im vorigen Jahr nicht. 30 Babys haben Eltern ausländischer Herkunft, darunter Polen, Syrien, Türkei, Rumänien, Indien, Irland, Schweiz und Nigeria. Im Gardelegener Standesamt gab es auch zwei Nachbeurkundungen von Geburten, zum einen in der Schweiz, zum anderen in Irland.

Für die meisten Kinder haben sich die Eltern für einen Vornamen entschieden (216). 121 Babys haben zwei Vornamen, 8 drei Vornamen, und bei 2 Mädchen stehen gar vier Vornamen auf der Geburtsurkunde – in beiden Fällen Maria.

Zwei Mädchen mit vier Vornamen

„Oftmals sind es die Namen der Eltern, Großeltern oder auch Urgroßeltern, die vor allem bei den Drittnamen gewählt werden“, sagte Standesbeamtin Anke Daniel. Da werden dann Anke, Petra oder Hedwig sowie Christian, Herbert oder Willi an den Nachwuchs weitergegeben. Bei den zweiten Vornamen führen Elisabeth, Marie und Celine die Liste an, bei den Jungen sind es Karl, Ludwig und Matteo. Erhalten hat sich auch die Vorliebe für alte Vornamen: Hubert, Bruno, Wotan, Knut oder Egon werden künftig auf den Spielplätzen zu hören sein, oder auch Sonja, Helga, Gerda und Margarete.

Viele gängige und bekannte Namen also. Nichtsdestotrotz haben sich Eltern auch für ausgefallene Vornamen entschieden, wie Jaxon, Daylan, Iven, Teejay, Arred, Yari oder Avidan bei den Jungen und Thalia, Aember, Hailee und Coco bei den Mädchen. Ob nun dabei Größen aus Pop und Film, aus der Geschichte, der griechischen Sagenwelt, aus Religionen oder was auch immer die Inspiration für die Wahl der Namen war, konnte im Standesamt nicht herausgefunden werden.