Letzlingen l Es waren so viele aufgeregte Kinder da, dass der Pfarrer kaum zu verstehen war. Bei der Martinsandacht war die Letzlinger Schlosskirche mit kleinen und großen Besuchern äußerst gut gefüllt. Dort begrüßte Pfarrer Gerd Hinke die Gäste. Unter ihnen war auch die Flötengruppe und der Chor der Grundschule, die unter Leitung von Silvia Lehmann für die passenden Lieder beim Martinsfest sorgten. Wunderschön klang es, als die Kinderstimmen in der Kirche zu hören waren. Für das Martinsanspiel waren die angehenden Konfirmanden zuständig. Hannes Wogand war der Martindarsteller Rolf, der am Ende seinen Mantel mit Pfarrer Hinke teilte. Denn im Anspiel selbst, das als Probe angelegt war, kam keiner, mit dem er das hätte üben können. Seine Mitschauspieler waren auf dem Weg nämlich Bedürftigen begegnet. „Und sie hörten auf die Stimme ihres Herzens“, sagte kurze Zeit später Pfarrer Hinke in seiner kurzen Andacht. Und sie halfen ihnen. Rolf dagegen hatte sie weggeschickt, weil er keine Zeit hatte. Doch die sollte man sich nehmen, so Hinke, denn viele kleine Dinge machen die Welt wärmer, „so wie wir heute mit unserem Licht“. Sich für andere einsetzen, sei wichtig. Und dafür, erklärte der Pfarrer, habe er heute eine Fachfrau eingeladen, „die genau weiß, wie man anderen helfen kann“.

Unterstützung der Flüchtlingshilfe

Er rief Christina Dietmann nach vorn, die im Kirchenkreis Salzwedel in der Flüchtlingshilfe tätig ist. Für diese war auch die Kollekte der Andacht bestimmt. Zudem hatten die Grundschüler wieder für die betreuten, bedürftigen Familien gespendet, vor allem Schulmaterial. Dafür bedankte sich Dietmann, die zudem von einem neuen Bundes-Pilotprojekt innerhalb der Flüchtlingshilfe berichtete, das „Neustart im Team“ (NesT) nennt. 500 besonders schutzbedürftige Menschen werden legal aus Flüchtlingslagern geholt und intensiv von Mentoren betreut, die ihnen das Ankommen erleichtern und sie ideell und finanziell unterstützen. Sie, so Dietmann, und Evelyn Ruppert-Schulze betreuen zwei Familien und würden sich über weitere Unterstützer in der Mentorengruppe und über finanzielle Unterstützung im Sinne von Martin sehr freuen. Der oder besser sie war in der Zeit schon vor der Schlosskirche angekommen. Kiara Wolf auf Bubi war in diesem Jahr die Martinsreiterin, die den kleinen Laternenumzug anführte. Im Anschluss waren alle auf den Schlosshof eingeladen, wo die Martinshörnchen geteilt wurden. Die hatte in diesem Jahr die Klasse zwei der Grundschule mit Jana Friedrichs gebacken, und zwar 318 Hörnchen. Zudem standen für das gemütliche Beisammensein heiße Getränke bereit.

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