1. Startseite
  2. >
  3. Lokal
  4. >
  5. Nachrichten Gardelegen
  6. >
  7. Mit der Eisernen Lady in die Wolken: Alina und Julie Ondraczek aus dem Gardelegener Ortsteil Letzlingen haben das Buch „Herzapparat – Die Herren der Lüfte“ geschrieben

Jungautoren Mit der Eisernen Lady in die Wolken: Alina und Julie Ondraczek aus dem Gardelegener Ortsteil Letzlingen haben das Buch „Herzapparat – Die Herren der Lüfte“ geschrieben

Auf eine fantastische und abenteuerliche Reise in die viktorianische Zeit nehmen Alina und Julie Ondraczek ihre Leser mit. Die 17-jährigen Zwillinge aus Letzlingen haben nämlich gemeinsam ein Buch geschrieben und veröffentlicht. Es heißt „Herzapparat – Die Herren der Lüfte“.

Von Elke Weisbach 22.06.2021, 04:15
Die Schwestern Alina (links) und Julie Ondraczek haben ein Buch geschrieben, das gerade erschienen ist: "Herzapparat - Die Herren der Lüfte". Die 17-jährigen Zwillinge kommen aus Letzlingen und besuchen das Gardelegener Gymnasium.
Die Schwestern Alina (links) und Julie Ondraczek haben ein Buch geschrieben, das gerade erschienen ist: "Herzapparat - Die Herren der Lüfte". Die 17-jährigen Zwillinge kommen aus Letzlingen und besuchen das Gardelegener Gymnasium. Foto: Elke Weisbach

Gardelegen - Als die Zwillinge, die die elfte Klasse im Gardelegener Geschwister-Scholl-Gymnasium besuchen, ihren Klassenkameraden ihr Anfang dieses Monats erschienenes Buch vorstellten, waren sie baff. Wer rechnet schon damit, dass zwei Mitschülerinnen sich hinsetzen und ein rund 320 Seiten dickes Buch schreiben und selbst veröffentlichen. „Viele haben uns das nicht zugetraut“, erzählt Julie Ondraczek im Gespräch mit der Volksstimme, seien aber neugierig geworden. „Viele fanden es auch cool.“ Und darüber, ergänzt ihre Zwillingsschwester Alina, „haben wir uns richtig doll gefreut“.

Auf die Idee, ein Buch zu schreiben, kam Alina, wie sie berichtet. Sie hatte sich eine kleine Geschichte rund um das Thema Freundschaft ausgedacht, von der sie Julie erzählte. Das war Anfang dieses Jahres.

Das Grundgerüst zum Buch stand innerhalb einer Woche.

Julie Ondraczek

Gemeinsam haben sie die Geschichte dann fantasievoll ausgeschmückt und mit Figuren bestückt. Auch die Genrerichtung Steampunk (siehe Infokasten) habe schnell festgestanden. „Wir haben eine Lieblingsband, Coppelius“, erzählt Julie. Die Mitglieder sehen ihre Identität im 19. Jahrhundert, in der auch der Steampunk als Subgenre des Science-Fiction angesiedelt sei. Dieses untergeordnete Genre sei geprägt durch Zahnräder und Dampfmaschinen.

Und diese Technik kommt auch in ihrem Buch vor. Dort gibt es nämlich ein Luftschiff, auf dem vier Freunde, deren enge Verbindung ein Bösewicht zerstören will, unterwegs sind.

„Das Grundgerüst stand innerhalb einer Woche“, berichtet Julie vom weiteren Werdegang. Zu jedem Kapitel hatten sie zahlreiche Stichpunkte zusammengetragen. Die Kapitel teilten sie dann unter sich auf, schrieben sie jeder für sich. Am Ende überarbeiteten sie die Kapitel gemeinsam, damit es ein einheitlicher Schreibstil wurde. Dabei achteten sie darauf, wie sie erzählen, dass sie alte Wörter und Redewendungen verwenden, die in der damaligen Zeit üblich waren. Dann war das Manuskript fertig, wobei Corona hilfreich war, wie sie rückblickend erzählen. Denn während des ersten Lockdowns hätten sie mehr Zeit als sonst gehabt.

Fortsetzungen sind geplant. Wir haben noch viele Ideen.

Alina Ondraczek

Bis dahin hatten die beiden auch alles allein bewerkstelligt, niemandem etwas verraten. Nun sollte aber aus dem Manuskript auch wirklich ein Buch werden. Sie wollten es verschiedenen Verlagen anbieten. Erst dafür holten sie sich Hilfe bei ihrer Lehrerin Nancy Müller-Mühl. 13 Verlage schrieben sie an. Nur drei haben überhaupt geantwortet, allerdings abschlägig.

Doch Alina und Julie hielten an ihrem Ziel fest und recherchierten im Internet, wie man selbst publizieren könnte. Sie fanden verschiedene Möglichkeiten und fanden mit der Self-Publishing-Plattform epubli den geeigneten Partner. Die Gestaltung des Buches dauerte dann zwar noch eine ganze Weile, weil sie alles selbst formatieren und eingeben mussten, aber am 6. Juni hielten sie die erste Version ihres Buches in den Händen, veröffentlicht unter einem Pseudonym, nämlich unter Aline und Julie Twyn, abgeleitet von Twins (Zwillinge).

Die ersten Leser waren ihre Eltern und Großeltern. Mittlerweile ist „Herzapparat – Die Herren der Lüfte“ auch auf vielen Online-Buch-Portalen gelistet. Es sei auch nur online bestellbar, weil es erst nach der eingegangenen Bestellung gedruckt werde.

Wer das Buch liest, wird mitgenommen auf eine Reise in die Wolken und begleitet Theodor Shepard, Victor Collins, Octavius Tessel und Septimus Spark, die vierköpfigen Crew des Luftschiffes, der Eisernen Lady. Doch so friedlich, wie es scheint, ist es nicht. Schon bald schlägt das Schicksal zu, und jeder der Herren sieht sich gezwungen, eine Entscheidung zu treffen, die das Ende ihrer Freundschaft bedeuten könnte. Hinter all dem steht Bösewicht Neil Garlick.

Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten. Nur so viel noch: Es gibt ein Happy End, und die Geschichte ist noch nicht zu Ende erzählt. „Fortsetzungen sind geplant. Wir haben noch viele Ideen“, verspricht Alina Ondraczek. Und Schwester Julie nickt zustimmend.