Zuchterfolg

Mit Prachtfinken zum Landessieg

Schleifen und Pokale - René Wendlandt aus Letzlingen war mit seinen exotischen Prachtfinken bei der Landesschau in Barneberg erfolgreich.

Letzlingen l Ein Gezwitscher und Geflatter empfängt den Besucher in der ausgebauten Garage mit ihren großen Volieren und Vogelboxen in heller und blitzsauberer Umgebung: Mehr als 70 kleine, bunt gefiederte Gesellen, allesamt exotische Prachtfinken, sorgen für die fröhliche Geräuschkulisse, und sie lassen den Betrachter staunen, was es doch für schöne putzige Vögel gibt – für den Laien ein tolles Erlebnis, für René Wendlandt ein ernstes Hobby und ein angenehmer Ausgleich zum Beruf. Der junge Mann aus Letzlingen züchtet diese Tiere seit vielen Jahren und ist damit auch recht erfolgreich. Denn er will nicht nur gemeinhin züchten, sondern sich auch mit anderen Züchtern vergleichen. So unter anderem bei der Landesschau 2016 in Barneberg in der Börde. Veranstalter war die Landesgruppe Sachsen-Anhalt für Artenschutz und Vogelzucht (AZ). Etwa 50 Züchter hatten dort 250 Tiere präsentiert und einem Richterkollegium vorgestellt. Und René Wendlandt konnte in drei Gruppen gleich drei Landesmeistertitel holen.

Vier Gruppierungen gibt es bei den Prachtfinken. Und in drei Gruppen waren seine Züchtungen erfolgreich. Landessieger wurde Wendlandt in der Gruppe Zebrafinken, bei den domestizierten Arten (Gruppe B) mit seinen japanischen Mövchen und in der Gruppe D (Täubchen und Wachteln) mit einem Exemplar seiner Harlekinwachteln. Vertreten war Wendlandt auch in der Gruppe 3 (exotische Arten, die nicht domestiziert sind und die in freier Wildbahn auch noch vorkommen, etwa Amadinenarten). Einen Landessiegertitel erreichte er in dieser Gruppe jedoch nicht. „Da gab es bessere Tiere“, räumte Wendlandt ein.

Seine Landessieger-Prachtfinken hätten zudem alle das Prädikat Vorzüglich erhalten – ein toller Lohn für die züchterische Arbeit. „Da weiß man, dass man auf dem richtigen Weg ist, was die Zucht betrifft“, zeigt sich Wendlandt erfreut. Das Interesse für Tiere sei ihm schon in die Wiege gelegt worden, erzählt Wendlandt. Bereits sein Vater hätte Hühner und Tauben gezüchtet. „Ich bin damit groß geworden“, so Wendlandt. Mit 16 Jahren trat Wendlandt in den damals noch existierenden Gardeleger Vogelzuchtverein ein. Ein Jahr später nahm er zum ersten Mal an einer Landesausstellung teil. Begonnen hatte Wendlandt mit der Zucht von Wellensittichen, wechselte dann aber zu den etwas kleineren gefiederten Vertretern, zu den exotischen Prachtfinken.

Außerdem züchtet er noch Hühner, allerdings nur für den Hausgebrauch. Zum Hause Wendlandt gehören außerdem Zwergziegen und Katzen. „Es ist für mich ganz wichtig, dass auch meine Kinder mit Tieren aufwachsen“, betont Wendlandt. Wichtig wäre für ihn auch, dass es den Kontakt zu anderen Züchtern gebe. Es sei bedauerlich, so Wendlandt, dass im Bereich Gardelegen, Klötze, Haldensleben und Stendal keine Züchtergruppen mehr existieren würden. „Vielleicht kann man in einem ersten Schritt einen Stammtisch organisieren“, so Wendlandt. Denn Züchter gebe es schon noch in der Region. Wer sich dafür interessiert, kann sich mit dem Letzlinger in Verbindung setzen. Für ihn geht es im November erneut auf Reise. Dann fährt er mit seinen Siegervögeln zur großen Bundesschau nach Kassel. Bis dahin wird er noch viel Zeit mit seinen Tieren verbringen, denn jetzt beginnt wieder in die Zuchtphase.

Kontaktdaten für den Züchterstammtisch:René Wendlandt, OT Letzlingen, Telefon: 039088/80 25 84 oder 0171/839 12 46, E-Mail: rene.wendlandt80@gmail.com, Homepage: www.vogelzucht-wendlandt.de