Kalbe l „Wir freuen uns, dass es los geht“, sagt Andrea Schmieder, Geschäftsführerin der Awo Sozialdienst Altmark GmbH. Der Ortsverein der Awo ist mit Beginn des Jahres Träger der Einrichtung geworden, die bisher unter der Regie des Regionalverbandes der Volkssolidarität mit Sitz in Gardelegen gestanden hatte.

Jene Gruppen, die sich bereits regelmäßig trafen, finden sich dort auch weiterhin ein, so etwa die Handarbeitsfrauen oder die Kartenspieler. „Das sind Gruppen, die sich auf Eigeninitiative gebildet haben“, berichtet Schmieder. Vor dem Jahreswechsel besuchte sie jede einzelne dieser Gruppen, erläuterte ihnen die Möglichkeit, dass sie nach dem Aus für die Räume durch die Volkssolidarität nun unter der Awo dort weiterhin willkommen sind. Alle Gruppen bleiben dem Standort erhalten. „Viele waren schon auf der Suche nach etwas Neuem, aber alle blieben.“ Auch die Sektion Schach des VfL Kalbe trifft dort sich weiterhin am Dienstagabend

Neues und Bewährtes

Dass alles so reibungslos weitergeht, dass liegt mit Sicherheit auch daran, dass Giesela Brand, erste Ansprechpartnerin vor Ort, der Einrichtung erhalten bleibt. In diesem Jahr werden es drei Jahre sein, in denen Brand die Senioren begleitet. Sie kennt die Teilnehmer, kennt die Begebenheiten. Unterstützt wird sie von Nicole Blanke. Sie ist seit März 2019 für die Kleiderkammer der Awo zuständig und begleitet auch die Seniorenarbeit der Awo.

Bewährtes soll beim Awo-Nachbarschaftstreff erhalten bleiben. Aber auch neue Idee sollen umgesetzt werden. So soll der Nachbarschafts- treff nicht allein ein Angebot für Senioren sein, alle Altersstrukturen sind willkommen. So könnte sich Schmieder vorstellen, dass es generationsübergreifende Angebote gibt. So sind Kinder in Zukunft nicht nur eingeladen, um dort ein Programm zu zeigen. Es können auch gemeinsame Bastel- oder Filznachmittage stattfinden. „Ich denke, da ist viel Potenzial in Kalbe“, betont Andrea Schmieder

Begegnung für jedermann

Der Nachbarschaftstreff soll ein Ort der Begegnung für jedermann werden, „dabei ist es egal, ob jemand über die Awo, die Volkssolidarität oder gar nicht organisiert ist“, so die Awo-Geschäftsführerin

Ab Februar wird der Betreuungsverein Betreuung, Vormundschaft, Pflegschaft (BVP) Kalbe einmal im Monat die Räumlichkeit für Schulungen nutzen. Im Gegenzug wird die Vorsitzende Heike Kaiser vor Interessierten beispielsweise zum Thema Patientenverfügung sprechen. Und wie bisher auch, können die Räume für private Feiern oder für ein Trauercafé genutzt werden.

Positive Erfahrungen der´Stadt

Über die Übernahme der Räume durch die Awo zeigt sich auch Bürgermeister Karsten Ruth erfreut: „Ich bin dankbar für die gefundene Lösung. Die Stadt hat bereits im Bereich der Jugendarbeit überaus positive Erfahrungen mit der Awo als Partner gemacht. Ich bin davon überzeugt, dass auch hier nicht nur die Stadt und die Awo, sondern vor allem ein breites Spektrum der Bürgerschaft von dem neuen Modell eines Nachbarschaftstreffs profitieren werden“, so seine Worte.

Die Stadt investierte bereits vor einigen Jahren in die Räumlichkeiten im Kulturhaus. Sie wurden barrierefrei hergerichtet.