Gardelegen l Geplant war es ursprünglich nicht, aber „jeder weiß, da muss was passieren“, betonte Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Schumacher im städtischen Hauptausschuss. Denn „im Augenblick versickert da gar nichts“, schilderte Schumacher die Situation. Bei Regenfällen stünde der Straßenbereich unter Wasser, was wiederum eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit darstelle. Das Problem soll nun angegangen werden, möglichst noch in diesem Jahr. 38.000 Euro sind dafür veranschlagt. Und weil diese Maßnahme nicht im Doppelhaushalt der Stadt für 2019/2020 eingestellt ist, braucht es dazu einen Beschluss über eine sogenannte außerplanmäßige Auszahlung. Da der Hauptausschuss laut Hauptsatzung der Stadt über Bauprojekte im finanziellen Rahmen von bis zu 50 000 Euro entscheiden kann, ist ein Stadtratsbeschluss dazu nicht erforderlich. Der Hauptausschuss bestätigte in seiner jüngsten Sitzung die außerplanmäßige Ausgabe für die Regenentwässerung.

Ursprünglich sollte die Regenentwässerung mit dem Neubau des Rewe-Marktes neu geregelt werden. Allerdings habe die Stadt das Wasserrecht für die Instandsetzung der Entwässerung selbst neu beantragen müssen, so dass eine Erneuerung im Rahmen des Marktbaus nicht möglich gewesen sei. Das Niederschlagswasser dürfe in diesem Bereich auch nicht einfach nur abgeleitet werden, sondern müsse versickern. Das soll mit einer 30 Meter langen Rohrrigole auf einer städtischen Fläche zwischen Gehweg und Grundstücksgrenze zum Einkaufsmarkt im Bereich des Kreisverkehrs erfolgen. Es handele sich um ein dickes Rohr mit Löchern, die das Wasser allmählich versickern lassen, erläuterte Bauamtsleiter Ottmar Wiesel im Hauptausschuss.

Investition von 38.000 Euro

Die Regenentwässerung war auch ein Thema der öffentlichen Sitzung der Fraktion der SPD, Feuerwehr und Südliche Altmark am Mittwochabend im Awo-Gebäude. Bauausschussvorsitzender Oliver Stegert (SPD) informierte kurz über die Diskussion dazu im Bauausschuss. „Dort ist Gefahr im Verzug. Da müssen wir was machen“, betonte Stegert. Etwas anders sah das SPD-Stadtrat Peter Wiechmann. Die Regenentwässerung habe doch vor dem Marktbau dort auch funktioniert. „Und jetzt heißt es, die reicht nicht mehr“, so Wiechmann. Seiner Ansicht nach sei dort etwas „verschlampt“ worden. Er sei für eine Ursachenforschung, um Verantwortlichkeiten zu finden. Stattdessen werde nun „sofort reagiert und mal schnell 40.000 Euro ausgegeben“, zeigte sich Wiechmann verärgert.

„Die gleiche Frage hatte ich auch gestellt“, sagte Stadtrat Gustav Wienecke. Er habe wissen wollen, ob die Situation mit der desolaten Regenentwässerung der Gifhorner Straße vor dem Rewe-Neubau schon vorhanden gewesen sei. Dazu habe es von der Verwaltung ein klares Ja gegeben. Er habe sich das Ganze dann extra noch mal vor Ort angesehen. Der Rewe-Markt würde für die Regenentwässerung seines Grundstückes selbst sorgen auf dem Parkplatzgelände. Vermutlich aber habe die Regenentwässerung vor dem Neubau auch ausgereicht, meinte Lindstedts Ortsbürgermeister Siegfried Jordan, Gast der Fraktionssitzung. Denn die Fläche, wo sich jetzt der Markt befindet, sei schließlich bis dahin nicht versiegelt gewesen. „Die Stadt ist also verpflichtet, dort was zu machen“, betonte Jordan. Letztlich gab sich Wiechmann mit den Erläuterungen dann auch zufrieden. Die Finanzierung der Regenentwässerung soll mit Mehreinnahmen bei den Schlüsselzuweisungen des Landes gesichert werden.