Offene Kirche

Offene Kirche in Mieste: „Jeder, der möchte, kann rein“

Bärbel Hackert und ihre Mitstreiter sorgen dafür, dass auch in Corona-Zeiten ein Besuch in der Miester Kirche täglich möglich ist.

Bärbel Hackert vom Gemeindekirchenrat zeigt sich für die offene Kirche in  Mieste mitverantwortlich und hilft auch sonst gern, wenn Not am Mann ist.
Bärbel Hackert vom Gemeindekirchenrat zeigt sich für die offene Kirche in Mieste mitverantwortlich und hilft auch sonst gern, wenn Not am Mann ist. Foto: Stefanie Brandt

Mieste - Von Stefanie Brandt

Die Miester Kirche ist mehr als nur ein schönes Gebäude. Für viele Menschen sind Kirchen auch Orte der Stille und inneren Einkehr. Hier kann man in stressigen Zeiten nachdenken, zu sich finden. Bärbel Hackert und ihre Mitstreiter wollten dies auch in Corona-Zeiten ermöglichen und haben sich für eine offene Kirche eingesetzt. Dank ihres Engagements ist das Gotteshaus in Mieste seit 1. März wieder täglich von 10 bis 16 Uhr für Besucher geöffnet.

Angebot wird gut angenommen

„Als Gaby Stöwesandt mich fragte, ob wir die Kirche nicht wieder öffnen wollen, habe ich sofort ja gesagt“, denkt Hackert, die wie Stöwesandt im Gemeindekirchenrat ist, zurück. „Jeder, der möchte, kann rein“, erklärt sie. Es liege immer ein Buch aus, in dem wechselnde Bibelverse oder Geschichten zu lesen seien. Und das Angebot wird angenommen: „Man merkt immer wieder, dass jemand da war. Mal ist eine Kerze angezündet, mal hat jemand etwas in das ausliegende Buch geschrieben. Ich hatte sogar mal sechs Kinder, die in die Kirche wollten, um sie sich anzuschauen.“ Bei zunehmend wärmeren Temperaturen seien es auch vermehrt durchreisende Radfahrer, die anhalten und gucken wollen. „Ich gehe selbst auch gern in andere Kirchen, gucke wie es aussieht. Was für mich immer ganz wichtig ist, ist die Ruhe in der Kirche. Man setzt sich hin und ist in Gedanken“, begründet die 64-Jährige.

Für die Umsetzung der offenen Kirche, die es schon seit mehreren Jahren in Mieste gibt, hat Hackert viele Mitstreiter gewonnen. Im Frühjahr, bei hohen Coronazahlen, seien es sechs Personen gewesen. Jetzt wechseln sich wieder zwölf Helfer bei der Öffnung der Kirche ab. Von Montag bis Donnerstag hilft auch der Fremdenverkehrsverein, indem er um 10 Uhr die Kirche aufschließt.

Freude am Engagement

Bärbel Hackert ist seit 2019 im Gemeindekirchenrat. „Angefangen habe ich 2012 mit der Mitternachtsmesse an Heiligabend. Da tragen wir immer ein kleines Programm vor. Irgendwie hat es mir immer mehr Spaß gemacht“, denkt sie zurück. Als dann Leute für den Rat gesucht wurden, habe sie sich einfach aufstellen lassen und wurde gewählt.

„Es macht Freude, man kann sich engagieren“, sagt die Miesterin, die sich nicht nur für die offene Kirche einsetzt. Als Köchin hilft sie auch gern mal bei der Versorgung der Pfadfinderkinder mit, wenn Not am Mann ist. Während der Pandemie hat sie auch begonnen, die Rentner im Ort zu besuchen, damit diese jemanden zum Reden haben. Diese Idee würde sie gern ausbauen. Vielleicht finden sich ja auch dafür Mitstreiter.