Schenkenhorst l Mitte der 1960-er Jahre wurde die Milde begradigt und vertieft. In diesem Rahmen hat sich dann im Laufe der Jahre etliches Grün selbst ausgesamt. Mittlerweile sind es so einige stattliche Bäume, die entlang der Milde wachsen – Brutplätze für Vögel, Luftreiniger, Schattenspender – ein Stück grüne, schöne Natur. Darunter sind auch etliche Eichen, die in der sogenannten Naturverjüngung an der Milde in Schenkenhorst groß geworden sind. „Das muss so um 1965 gewesen sein“, erinnert sich Wolfgang Reboné, langjähriger Bürgermeister und Ortsbürgermeister von Schenkenhorst. Über 50 Jahre alt könnten die Eichen also sein. Ein halbes Jahrhundert konnten sie dort ungehindert wachsen. Jetzt haben unbekannte Baumfrevler die Bäume so beschädigt, dass sie mit großer Wahrscheinlichkeit gefällt werden müssen. Die Kambiumschicht der Bäume wurde vermutlich mit einer Motorkettensäge derart zerstört, dass sie absterben und damit kostenpflichtig gerodet werden müssen, teilt der städtische Fachbereichsleiter für Sicherheit und Ordnung, Florian Kauer, mit.

Bis zu 11.000 Euro Strafe

Die Kambiumschicht, eine hohlzylinderförmige Wachstumsschicht, befinde sich zwischen der Splintholzzone und der Rinde und sei für das sekundäre Sprosswachstum (Dickenwachstum) verantwortlich.

Ein Einwohner hatte die Beschädigungen festgestellt und in der vergangenen Woche das Ordnungsamt informiert. Die Entdeckung fand „eher zufällig“ statt, sagt Ortsbürgermeister Fabian Richter, denn dort komme man nicht so ohne weiteres zum Sonntagsspaziergang hin. Dieser Vorgang sei in der jüngsten Ortschaftsratssitzung auch kritisiert worden. Solche sinnlosen Zerstörungen seien einfach unverständlich, so Krüger.

„Es handelt sich um fünf Bäume, die beschädigt wurden, aber darum geht es nicht allein. Es geht ums Prinzip“, betont Kauer. Allerorten werde von Natur- und Umweltschutz gesprochen, und da gebe es Leute, die Natur eben einfach mal so zerstören. „Wir wollen die Bevölkerung einfach sensibilisieren, genauer hinzuschauen. Vielleicht hat ja doch jemand was beobachtet“, hofft Kauer.

Denn die Kosten für die Rodung trägt letztlich die Allgemeinheit über Steuern und Gebühren. Und Kosten fallen dafür an, denn für die Rodung müsse die Verwaltung eine Firma beauftragen.

Kauer verweist in diesem Zusammenhang auch noch einmal auf die Baumschutzsatzung der Stadt Gardelegen. Demnach sei es ausdrücklich verboten, geschützte Bäume, Hecken, Gehölze oder Gehölzgruppen zu entfernen, zu zerstören, zu schädigen oder ihren Weiterbestand zu gefährden. Wer derartige Eingriffe vornimmt, sei verpflichtet, auf eigene Kosten für Neuanpflanzungen zu sorgen. Dazu kommt ein weiterer Punkt, denn solche Eingriffe werden als Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße geahndet. „Und das können dann auch mal Strafen bis zu 11.000 Euro sein“, betont Kauer.

In seiner Dienstzeit als Fachbereichsleiter habe er so etwas noch nicht auf dem Tisch gehabt. Vor Jahren habe es aber mal Vorfälle im Bürgerpark gegeben. Dort hatten unbekannte Täter Bäume geköpft. Auch Schenkenhorsts Alt-Bürgermeister Wolfgang Reboné kann sich an solche Vorfälle nicht erinnern oder sind ihm nicht zur Kenntnis gekommen.

Das Ordnungsamt hofft nun auf Zeugenhinweise. Wer Beobachtungen gemacht hat, wird gebeten, sich im Ordnungsamt unter 03907/71 61 49 zu melden.