Gardelegen/Zichtau l Der Zichtauer Ortschaftsrat hat sich in seiner Sitzung am Donnerstagabend einhellig für eine Prüfung ausgesprochen, ob der Bau einer neuen Grundschule als Ersatz für die Gardelegener Reutter- und Goethe-Grundschule sinnvoller ist, als weiter in den denkmalgeschützten Gebäuden zu sanieren. „Wir schließen uns damit dem Estedter Ortschaftsrat an“, sagte Zichtaus Ortsbürgermeister Lukas Kösterke.

Gast im Zichtauer Rat war Stadtrat Dirk Kuke (fraktionslos). Er hatte den Gedanken eines Schulneubaus auch eingebracht, allerdings zunächst nur für die Reutter-Grundschule aufgrund des dortigen hohen Sanierungsbedarfes. Mit einem Neubau in der Nähe der Karl-Marx-Sekundarschule und des Hortgebäudes an der OdF-Straße könnten zugleich auch weitere Probleme gelöst werden. Etwa den Schulbushalt an der vielbefahrenen Sandstraße und den nicht ungefährlichen Weg von dort zu Schule und wieder zurück. Neben den Sanierungsarbeiten, wie die Trockenlegung des Kellers der Reutter-Grundschule, müsse auch ein Raumkonzept erstellt werden. Zu rechnen sei mit hohen Kosten, da auch denkmalschutzrechtliche Bestimmungen einzuhalten wären, machte Kuke im Zichtauer Ortschaftsrat deutlich. Der Prüfantrag sei dann um die Goethe-Grundschule erweitert worden – nach einem Vorschlag von Stadtrat Gustav Wienecke (Fraktion SPD, Südliche Altmark und Feuerwehr).

Neubau oder Sanierung

Vorrangig sollten mehr Lehrer eingestellt werden, meinte Hans-Henning Weichert. Rainer Schmidt dagegen betonte, dass gegen eine Prüfung nichts einzuwenden sei. Die Standortfrage sei dabei noch nicht relevant. Ähnlich sah es im Zichtauer Rat auch Martina Näfe. „Wenn niemand einen Antrag stellt, wird sich die Stadt nicht weiter entwickeln“, betonte Näfe.

Kommunen hätten bei ihren Schulbauten umfangreiche Modernisierungsaufgaben zu schultern, betonte Lukas Kösterke. Die verstärkte Hinwendung zu innovativen Lernmethoden und die Abkehr vom traditionellen Frontalunterricht hätten veränderte räumliche Anforderungen zur Konsequenz. „Die Entscheidung, ob eine Bestandsimmobilie saniert oder neu gebaut wird, möglicherweise sogar an einem neuen Standort, hängt von vielen Rahmenbedingungen ab, die durch eine Bedarfsanalyse abgewogen werden müssen“, sagte Kösterke. Die Komplexität dieser Aufgabe sei für die Stadtverwaltung aufgrund der Personalsituation nicht lösbar. Kösterke schlug vor, eine Arbeitsgruppe aus dem Stadtrat heraus zu gründen. Die soll sich dann mit der Erstellung einer Machbarkeitsstudie unter Beachtung von Lebenszykluskosten befassen, um nach Berechnung aller relevanten Kosten eine wirtschaftliche Vergleichbarkeit zu haben. „Gegen eine Prüfung ist nichts einzuwenden“, fasste Kösterke zusammen.