Solpke l Nun wollen Ortschaftsrat und Förderverein die Bevölkerung in einer Informationsveranstaltung über die geplante Sanierung der Grabanlage aufklären. Die Einwohner des Dorfes sind dazu für Donnerstag, 6. Juni, in den Versammlungsraum der Solpker Feuerwehr eingeladen. Die Veranstaltung, auf der Mitglieder des Vereinsvorstandes die geplanten Maßnahmen vorstellen wollen, soll um 19 Uhr beginnen.

Der Förderverein der Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe hat sich seit seiner Gründung vor allem für die Gardelegener Gedenkstätte und die Gräber der Opfer des dortigen Massakers vom 13. April 1945 engagiert. Doch da diese nun in die Trägerschaft des Landes übergegangen ist, wurden im Verein viele Kapazitäten frei, so dass sich die Mitglieder nun schwerpunktmäßig um die Begräbnisstätten in den umliegenden Dörfern kümmern, auf denen Opfer der Todesmärsche bestattet sind. Im April 1945 waren auf den Todesmärschen zahlreiche KZ-Häftlinge auf dem Weg zur Feldscheune Isenschnibbe umgekommen.

Spendensammlung für Mauer um Grabfläche

Der Verein hat schon in einigen Orten solche Grabstätten saniert. In diesem Jahr will er sich unter anderem der Fläche in Solpke widmen, auf der 23 Opfer der Todesmärsche bestattet sind. Schadhaft gewordene Kreuze sollen durch helle Betonplatten mit rotem Winkel, wie sie an anderen Gedenkstätten und an der Route der Todesmärsche zur Isenschnibbe zu sehen sind, ersetzt werden.

Ein Knackpunkt ist die Mauer rund um die Anlage, die gleichfalls saniert werden soll. Hierfür gebe es im Gegensatz zur Grabfläche voraussichtlich keine Fördermittel, hatte der Verein bereits auf der vorigen Sitzung des Ortschaftsrates berichtet und zur Finanzierung eine Spendensammlung ins Leben gerufen.

Teilanonymes Begräbnis wird möglich

Auch auf dem allgemeinen Solpker Friedhof wird es Veränderungen geben, wie Ortsbürgermeisterin Bärbel Goecke berichtete. Hier wird in den nächsten Tagen eine Fläche angelegt werden, auf der wahlweise eine anonyme oder teilanonyme Bestattung möglich ist. Auf der Fläche wird eine Stele errichtet, an der bei einer teilanonymen Bestattung eine Plakette mit dem Namen des Verstorbenen angebracht werden kann. So wissen die Angehörigen zwar, dass der Tote irgendwo auf der viereinhalb mal acht Meter messenden Fläche links vom Friedhofseingang bestattet ist, der genaue Ort ist für die Besucher des Friedhofs jedoch nicht erkennbar. „Es haben schon einige Leute angefragt, das Interesse ist also durchaus vorhanden“, sagt die Ortsbürgermeisterin, „der Trend geht offenbar da hin.“

Außerdem vergab der Ortschaftsrat auf seiner Sitzung Brauchtumsmittel. Der Sportverein SV Komet Solpke 1990 erhält 850 Euro für die Anschaffung von Sportgeräten. Die örtliche Feuerwehr bekommt 950 Euro. Damit sollen T-Shirts für aktive Mitglieder der Feuerwehr und ein Zelt für die Jugendfeuerwehr angeschafft werden. Weitere 600 Euro stellt der Ortschaftsrat für eigene Veranstaltungen – die Frauentagsfeier und die Rentnerweihnachtsfeier – sowie für Jubiläen und Gratulationen zur Verfügung. Die Entscheidung über die Vergabe fiel einstimmig. Feuerwehr und Sportverein erhielten ihre beantragten Gelder ohne Abzüge