Solpke l Sie überzeugte die Preisrichter und holte bei der Messe Agra 2019 in Leipzig, der Landwirtschaftsausstellung in Mitteldeutschland, die Ehrenurkunde beim Mitteldeutschen Fleischrind-Wettbewerb in der Kategorie Champion Jungrind – das Jungrind Olivia der Rasse Charolais. Für Lutz Kulina war dies die höchste Auszeichnung, die der Landwirt im Nebenerwerb für seine Tiere erhalten hat. Olivia holte den Titel Interbrid Champion Jungrind über alle Rassen. Der Aufstieg auf das Siegertreppchen für Olivia war spannend. Das einjährige Rind stieg zunächst mit weiteren zwei Jungrindern in einer Gruppe in den Ring. „Von ihnen machte sie den Sieger als 1 a“, berichtete Kulina. Alle mit 1 a ausgezeichneten Jungrinder traten erneut vor den Preisrichter. Bei sechs Tieren der Rasse Charolais holte sie den ersten Platz dieser Rasse. In der 1 a-Kategorie gingen neun Tiere unterschiedlicher Rassen an den Start. Unter ihnen holte Olivia den erwähnten ersten Platz und damit den Titel Sieger aller Rassen.

Tier aus ganz Mitteldeutschland

Auch die Champions wurden noch einmal den Preisrichtern vorgestellt. Bei diesen fünf Tieren gewann ein sächsischer Jungbulle der Rasse Limousin. Für die übrigen Tiere wurden keine Platzierungen festgelegt. Insgesamt nahmen 24 Großtiere (ohne Kälber) von 13 Beschickern teil. Aus dem Rinder-Allianz-Gebiet Bismark waren sieben Rassen (Angus, Charolais, Fleckvieh-Simmental, Galloway, Highland, Welsh Black und Zwergzebu) dabei. Mit der Platzierung Olivias war Lutz Kulina sehr zufrieden. „Interbrid Champion Jungrind über alle Rassen – das ist ein Titel, den bekommt man nicht alle Tage“, freute sich der Solpker. Mit der Auswahl des Tieres hatte er also alles richtig gemacht.

Ausgewählt hatte er Olivia für die Teilnahme an Schauen bereits vor einem halben Jahr. Diesen Vorlauf brauche es auch, denn ausgewählte Kühe erhalten ein spezielles Kraftfutter, ein Gerste-Hafergemisch. „Man muss die Tiere ja in Schaukondition füttern“, erklärte Kulina. Zur Schaukondition gehöre beispielsweise ein breites Becken. „Kühe muss man von hinten sehen“, erklärte er in diesem Zusammenhang. Damit sich Olivia von ihrer schönsten Seite zeigen kann, machte Kulina sie im Vorfeld der Schau zurecht. Er beschnitt ihre Klauen. „Sechs Wochen vor dem Schautermin werden den Kühen die Haare auf dem Kopf kurz geschnitten“, erklärte er. „Überall, wo Haare hochstehen, werden sie geschoren.“ Und auch vor Ort, etwa eine Stunde vor dem Schautermin, wurde Olivia noch einmal schick gemacht. Ihre Haare wurden mit dem Wachsstift bearbeitet und an Kopf und Rücken hochgekämmt, „damit das breite Becken besser zur Geltung kommt“. Gezogen wurde Olivia von Eric Ebert aus Schollene. Er wird das Tier auch bei der Bundesschau im Oktober in Alsfeld (Hessen) und beim Erntedankfest in Magdeburg führen.

Bilder

Aus Schollene hatte Kulina Olivia auch geholt. Dort sah er das Kalb, als er die Klauenpflege auf dem Hof vornahm. „Es war ein sehr schönes Kalb. Da sieht man schon, dass das Tiere zum Führen sind“, so Kulina. Er ließ so lange nicht locker, bis er Olivia tatsächlich erhielt. Und die Auszeichnung auf der Agra 2019 gab ihm recht. Seit 2005 nimmt Lutz Kulina an Bundesschauen teil, seit 1999 an Landesschauen. Auf Landesebene erhielt er bereits zweimal Auszeichnungen , bei Bundesschauen standen seine Tiere schon im Endring. Mit Olivia gab es nun erstmals eine überregionale Auszeichnung.