Gardelegen (ew) l „Ich finde unsere Stadt toll.“ Das war das Fazit von Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Schumacher beim Bürgerempfang der Stadt, zu dem auch wirklich viele Bürger gekommen waren. Das sei, so erklärte sie, auch den geladenen Gästen aufgefallen. Die Bürgermeisterin blickte auf das, nach ihren Worten, spannende vergangene Jahr zurück, in dem ein neuer Stadtrat und neue Ortsräte gewählt wurden. Ihr Resümee nach einem Dreivierteljahr: „Wir haben uns gut zusammengefunden. Es macht Spaß, zusammen zu arbeiten.“

Premiere hatten 2019 die Zukunftsgespräche, die in diesem Jahr fortgesetzt werden (Volksstimme berichtete). Denn sie seien eine hervorragende Plattform für den Stadtrat und die Verwaltung, mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen. Doch auch sonst solle sich niemand scheuen, wandte Schumacher sich an die Bürger: „Wenn Sie Ideen, Vorschläge oder Kritik haben, sagen Sie uns Bescheid. Wir wollen mit Ihnen in Kontakt bleiben. Wir sind zwar zuständig von der Wiege bis zur Bahre, aber nicht allwissend.“

Kinder im Fokus

Apropos Kinder. Sie liegen der Stadt am Herzen, betonte Schumacher. Sechs Millionen Euro wurden und werden in die Sanierung der Kita Estedt und den Neubau der Kita Jävenitz investiert. Für die Kita Solpke erfolge in diesem Jahr die Planung. Zudem wurden seit 2013 die Kita-Gebühren – in der Einheitsgemeinde gibt es 22 Einrichtungen – nicht erhöht. Auf einem guten Weg sei die mobile Jugendarbeit. Und auch ein anderes Projekt für den Nachwuchs werde in diesem Jahr umgesetzt, „wofür andere uns einen Vogel zeigen“ – die Skateranlage im Bürgerpark. „Wir probieren vieles aus, was Gardelegen lebenswert macht“, so Schumacher. Denn die Menschen, die herziehen – es sind mehr, als wegziehen –, fragen nicht nach Schulden oder Steuern, sondern nach Angeboten, so wie sie beispielsweise die Bibliothek anbiete, die nicht mehr nur Bücher ausleihe.

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Es werden Veranstaltungen ins Leben gerufen, die es vorher noch nicht gab wie das Weihnachtsbaumverbennen im Bürgerpark. Viele bringen sich ein, wie beispielsweise die Brüder Vogel, die die Historie Gardelegens als Bierbrauerstadt wiederbeleben. Das Gardelehrer-Projekt sei „richtig gut eingeschlagen“. Die Aktionswoche zum Clean-up-Day mit mehr als 1200 Kindern und Jugendlichen und 400 erwachsenen Helfern sei ein prägendes Erlebnis gewesen. Im Vergleich der Wohnungsbaugesellschaften schneidet die Gardelegener als 100-prozentige Tochter der Stadt mit geringen Mieten, geringem Leerstand und Schulden immer sehr gut ab. Für Häuslebauer wurden auch 2019 wieder Flächen für Wohngebiete in Gardelegen und den Ortsteilen gekauft.

Feuerwehren im Blick

Viel Positives zählte die Bürgermeisterin auf, verhehlte aber auch Probleme nicht wie den Ärztemangel und den Stillstand bezüglich des Bahnhofgebäudes, das in privater Hand sei und wo sich nichts tue. Ein anderer Investor wäre da. Sie hoffe, so Schumacher, auf den Spruch: „Steter Tropfen höhlt den Stein.“ Denn dass sich langer Atem lohne, habe sich beim neuen Dokumentationszentrum für die Gedenkstätte gezeigt.

Und noch etwas lag ihr am Herzen, nämlich den Helden der Feuerwehren mit insgesamt über 600 Kräften, die immer zum Einsatz bereit stünden, ein Gesicht zu geben. Wie wichtig gute Ausbildung und Ausrüstung sei, habe sich in Mieste gezeigt, als eine Familie bei einem Wohnungsbrand alles verlor. Deshalb rief die Bürgermeisterin Miestes Ortswehrleiter Wolfgang Witte nach vorn und überreichte ihm stellvertretend ein Präsent. Und an die Bürger gewandt, erklärte sie: „Ich bin stolz auf Sie und die Stadt, denn nur 24 Stunden nach dem Spendenaufruf war fast alles wieder ersetzt.“