Ipse l Es war eine kleine Sensation, als 2017 historische Deckenmalereien in der Ipser Dorfkirche wiederentdeckt worden waren. Es stellte sich heraus, dass diese rund 500 Jahre alt sind. Für den Verein Ipse excitare, der sich unter anderem für den Erhalt der kleinen Dorfkirche in Ipse einsetzt, war schnell klar, dass diese historischen Deckenbalken wieder an ihren ursprünglichen Platz, nämlich an der Kirchendecke, angebracht werden sollten. Und dies sollte natürlich fachgerecht geschehen.

Bereits 2017 beantragte der Verein dafür Leader-Fördermittel bei der Leader-Arbeitsgemeinschaft Colbitz-Letzlinger Heide und auch Geld bei der Sparkassenstiftung. Von dieser erfolgte bereits eine Zusage über 50.000 Euro. Insgesamt sind Gesamtkosten von rund 200.000 Euro für das gesamte Projekt veranschlagt. Auf der Prioritätenliste der Leader-Arbeitsgemeinschaft für 2018/2019 stand das Vorhaben auf einem aussichtsreichen dritten Platz. Aber der Fördermittelbescheid blieb dennoch lange aus.

Bewilligung nach zweiter Prüfung erfolgt

So gab es Unstimmigkeiten, was den Finanzierungsplan betraf. Zwar gab es bereits Ende des vorigen Jahr vom Landesverwaltungsamt den Bescheid über einen vorzeitigen Maßnahmebeginn, der endgültige Fördermittelbescheid folgte aber nicht. Aufgrund des vorzeitigen Maßnahmebeginns gab der Verein bereits für 1800 Euro ein Holzschutzgutachten in Auftrag. „Wir sind sozusagen in Vorkasse gegangen. Wir dachten ja auch, wenn ein vorzeitiger Maßnahmebeginn erteilt wurde, ist die Prüfung durch,“ berichtete Tilo Mottschall, Vorsitzender der Vereines Ipse excitare.

Das war aber nicht so. „Das Landesverwaltungsamt hat uns die 50.000 Euro von der Sparkassenstiftung nicht als Eigenanteil anerkannt“, so Mottschall. Wie er weiter mitteilte, begründete das Landesverwaltungsamt diese Ansicht damit, dass es sich hierbei um eine Doppelfinanzierung handele. „Das ist aber nicht so. Das wäre nur so, wenn das Geld jeweils aus öffentlichen Töpfen kommen würde, die Sparkassenstiftung zählt aber nicht dazu“, so der Vereinsvorsitzende weiter. Dies teilte er auch dem Landesverwaltungsamt mit. Bei einer zweiten Prüfung erkannte die Behörde dies schließlich auch an.

Vor wenigen Tagen flatterte dem Verein nun der lang ersehnte Fördermittelbescheid ins Haus. Die Mittel von rund 142.000 Euro „sind jetzt kommentarlos bewilligt worden“, schilderte Mottschall gegenüber der Volksstimme. Die restliche Summe finanziert der Kirchenkreis.

Und nun kann es endlich auch weitergehen in der Ipser Kirche. Die mittelalterlichen Malereien auf Holz, die unter der Regie der Restauratorin Helma Konstanze Groll von Studentinnen im Sommer 2017 gesichert und dokumentiert worden waren, sollen nun wieder ihren Platz in der Kirche finden. Die derzeit vorhandene Decke wird komplett herausgenommen.

Begehbare Kirchendecke geplant

Eine neue, begehbare Kirchendecke, in die die originalen spätgotischen Deckenmalereien integriert werden sollen, ist geplant. Auf dem neuen Boden soll unter anderem Künstlern ein Ausstellungspodium geboten werden. Zugleich werde das Dorfzentrum Kirche räumlich nutzbar vergrößert. Die restaurierte historische Decke soll auf einer Fläche von rund 20 Quadratmetern eingesetzt werden.

Mit der Umsetzung der geplanten Arbeiten müsse nun rasch begonnen werden. „Das Problem ist, dass sich das Projekt nun um fünf Monate verzögert hat“, so Mottschall. Der Bewilligungsbescheid ist später erteilt worden, um diese fünf Monate ist das Projekt aber nicht verlängert worden. Ende des Monats wird es eine Baubesprechung geben. Dann wird geklärt, wann die Arbeiten beginnen. Noch in diesem Jahr soll die bestehende Decke herausgenommen werden.