Gardelegen l Der Duft von Pfefferminz, der Geschmack von Erdbeeren, das Gesumme der Bienen, die Farben der Blumen, die Wärme von frischem Kompost. Ein naturgemäß gestalteter Schulgarten ist ein Lern- und Erlebnisraum, der auffordert, auf Entdeckungsreise zu gehen.

In einer Zeit, in der der Bezug zur Natur zunehmend verloren geht, ist es wichtig, Kindern und Jugendlichen die natürlichen Lebensgrundlagen bewusst zu machen. Da will auch die Wander-Sonderschule in Gardelegen.

Freuten sie sich im zurückliegenden Jahr darüber, dass sie mit Hilfe von Fördermitteln ein Grünes Klassenzimmer an der Schule errichten konnten, so packten sie am Mittwoch erneut an. Das Projekt „Schulgarten“ stand für über 80 Schüler, die Lehrer und einige Eltern der Kinder auf dem Programm. Dafür machten sich sowohl die Unter-, die Mittel- aber auch die Schüler der Oberstufe Gedanken um die Gestaltung des Schulgartenareals. Dabei standen die Errichtung eines Hochbeetes, eines Komposthaufens, eines Fühl- und Tastweges, die Herstellung einer Vogeltränke sowie eines Insektenhotels sowie das Verschönern des Schulgartenareals auf dem Programm – um nur einige der schier unzähligen Aktivitäten zu nennen, für die alle am Mittwoch mit sehr viel Liebe zum Detail arbeiteten.

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Kinder auf Entdeckungsreise

„Hilfe haben wir für das Projekt von der Deponie in Gardelegen bekommen“, freute sich Lehrerin Astrid Läsecke. Weiterhin habe die Familie Mewes dafür gesorgt, dass die von der Deponie gesponserte frische Muttererde an die Schule geliefert werden konnte. Und das alles, damit die Schüler der Wander-Förderschule in Gardelegen künftig auf Entdeckungsreise gehen können.

„Im Schulgarten sollen die Kinder die Kreisläufe der Natur erfahren“, erklärte Astrid Läsecke. Sie pflanzen also Saatkartoffeln an, beobachten das Wachstum der Kartoffelpflanze, ernten die Kartoffeln und bereiten diese in der Küche des Schulgebäudes selbst zu. Die Kartoffel­schalen werden kompostiert, und der reife Kompost im nächsten Frühjahr wieder auf den Beeten ver­teilt, um die Erde auf die neue Aussaat vorzubereiten. Durch eigenes Handeln und Erleben erleben die Kinder so wichtige Zusammenhänge und werden wieder einbezogen in ökologische Kreisläufe, wie man dem Projektablauf auf Aufstellern im Foyer entnehmen konnte.

„Die anfallenden Aufgaben im Garten sind vielseitig“, betonte Astrid Läsecke. Sie fördern nämlich neben gärtnerischen, handwerk­lichen und hauswirtschaftlichen Fähigkeiten auch soziale Kompetenzen wie Selbstständig­keit, Teamfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein der Schüler, die am Mittwoch nicht nur auf dem Areal des Schulgartens tätig waren.

Vogeltränke und Kräuterkunde

Im Keramikraum fertigten sie eine Vogeltränke, im Kräuterraum erhielten einige der Schüler die Aufgabe, eine Übersicht der Kräuter zu erstellen, die künftig im Schulgarten zu finden sein werden. Einige Meter weiter wurde ein Kunstbaum gebaut, der im gläsernen Klassenzimmer einen Platz finden soll. „Wir können ja nicht das ganze Jahr im Schulgarten arbeiten. Deswegen werden wir das Thema Natur und Garten dann in diesem Klassenzimmer unterrichten“, so Astrid Läsecke. Dafür gestalteten in einem Kreativraum Schüler und Lehrer aus kleingeschnittenen Ästen Gestecke. Im Foyer zeigte Margret Harms, therapeutische Mitarbeiterin an der Schule, den schwerstbehinderten Kindern, ihre Sinne selbst zu erweitern – mit Hilfe einer Heuschale.

In diese wurden sie rein gesetzt. Danach wurde Heu reingelegt, welches die Schüler ertasten, riechen und fühlen konnten. „Es dient der Förderung der Körperwahrnehmung mit Hilfe der Naturmaterialien. Es ist für die Schüler eine besondere Erfahrung“, wie sie erklärte.

Freuen über das Schulgartenprojekt können sich aber auch die Schüler der Wandergrundschule. „In Absprache werden unserer Klassen und die Klassen der Grundschule die Möglichkeit haben, den Schulgarten zu erkunden“, teilte Astrid Läsecke mit. Bis es jedoch soweit ist, werden noch einige Arbeitseinsätze im Schulgarten der Wander-Förderschule anstehen.

In diesem Zusammenhang zeigten sich die Lehrer der Förderschule über die enge Zusammenarbeit mit der benachbarten Wander-Grundschule, der Gartenakademie Sachsen-Anhalt mit Sitz in Gardelegen und der Stiftung „Zukunft Altmark“ erfreut.