Gardelegen l Die Elefanten kommen – lautes, dröhnendes Trommeln, dann galoppieren die Antilopen und Geparde heran – schnelles, rhythmisches Trommeln, die Giraffen nahen und die Schlangen – ein Wischen über das Trommelfeld, es klingt wie ein Zischen, und immer wieder zwischendurch ein schwerfälliges, langsames Trommeln – die Krokodile sind da. Eine musikalische Versammlung der Tiere präsentierten die Erstklässler der Gardeleger Goethe-Grundschule am Freitagabend in der Aula der Einrichtung. Dort fand ein thematischer Elternabend der ganz besonderen Art statt. Die Kinder zeigten ihren Geschwistern, Eltern und Großeltern die Ergebnisse ihres Afrika-Projektes. Drei Tage hatten sich die Mädchen und Jungen mit dem großen Kontinent beschäftigt. „Das waren drei spannende Tage“, betonte Schulleiterin Grit Schnügger. Die Kinder hätten sich – altersgerecht – mit dem Leben auf dem schwarzen Kontinent beschäftigt, mit Traditionen, Bräuchen, mit Menschenrechten, mit der Tier- und Pflanzenwelt und vieles mehr. Perlenketten und Masken wurden gebastelt und viele Bilder über die Tierwelt gemalt

Maisbrei und 140 Portionen colorido salinha

Afrikanische Märchen wurden vorgelesen und Tänze einstudiert. Lehrerin Sabine Osmers hielt in allen Klassen Vorträge über Afrika, über das Leben und den Alltag. Sie verbrachte zwei Jahre ihrer Kindheit in Mosambik. Sie brachte auch die afrikanische Küche in die Schule. Unter anderem wurde in allen Klassen Maisbrei zubereitet, der zum täglichen Mahl in Afrika gehört. „Der eigentlich nach nichts schmeckt, aber satt macht“, erläuterte Osmers, „um deutlich zu machen, wie gut es uns hier in Deutschland doch geht.“ Gekocht wurde aber auch ein Feiertagsgericht – colorido salinha, Hühnchenfleisch mit ganz viel Gemüse und exotischen Gewürzen. Zubereitet hatten dieses Gericht die Dritt- und Viertklässler. Unter anderem zwei Kilogramm Zwiebeln und 28 Kohlrabis wurden verarbeitet.

Im Mittelpunkt des Afrika-Projektes stand ein Trommelkurs, angeboten von einer Magdeburger Trommelschule. Zwei Tage war dazu Trommellehrerin Carmen Cortes in der Schule. Jede Klasse erhielt zwei Stunden Trommelunterricht auf Cajons und Djemben. Und das Ergebnis konnte sich beim Elternabend am Freitagabend hören und sehen lassen. Für die musikalische Versammlung der Tiere erhielten die Erstklässler ganz viel Beifall, ebenso die anderen Klassen. 140 Portionen colorido salinha hatten die Schüler zubereitet. Am Freitagabend konnten alle Besucher dieses afrikanische Mahl probieren. In der Aula und im benachbarten Klassenraum waren die Mal- und Bastelarbeiten ausgestellt. Im zweiten Teil des Programmes führten die Schüler dann afrikanische Tänze auf und trugen Lieder und Gedichte vor.

Bilder

Mit diesem Angebot habe die Schule neue Wege gehen wollen. Die thematischen Elternabende seien sonst eher nur recht mäßig besucht worden, obwohl die Eltern selbst bestimmen, um welche Themen es gehen soll. „Wir haben uns von daher gedacht, wir stellen mal was anderes auf die Beine, so dass die Eltern sehen können, was ihre Kinder getan und gelernt haben“, so Schnügger. Die Rechnung ging auf. Die Aula der Goethe-Grundschule war am Freitagabend übervoll. Geschwister, Eltern und Großeltern waren begeistert.