Gardelegen l „Ich sehe, ihr habt schon angefangen, euch wie die Großen zu benehmen. In den Raum rein, nach hinten setzen und hoffen, dass der Lehrer einen nicht bemerkt.“ Mit diesen launigen Worten begrüßte am Morgen Steffi Ros, Direktorin des Gardelegener Geschwister-Scholl-Gymnasiums, die 89 Mädchen und Jungen, die da vor ihr auf den Stühlen in der Aula saßen. Sie waren sichtlich aufgeregt, denn es handelte sich um die neuen Fünftklässler, die an ihrem ersten Tag an der neuen, weiterführenden Bildungseinrichtung starteten. Ähnlich erging es den neuen Fünftklässlern in der Gardelegener Sekundarschule „Karl Marx“ (62 Mädchen und Jungen, drei Klassen), der Sekundarschule „Am Drömling“ in Mieste (29 Mädchen und Jungen, zwei Klassen) und der Sekundarschule „Johann Friedrich Danneil“ in Kalbe (43 Mädchen und Jungen, zwei Klassen).

Übergabe der Abiturzeugnisse 2027

Ros stellte sich vor und erklärte den Neu-Gymnasiasten, dass sie noch ganz viel miteinander zu tun haben werden – hoffentlich nur im positiven Sinne. „Und zum letzten Mal“, so blickte sie in die Zukunft, „werden wir uns 2027 zur Übergabe der Abiturzeugnisse auf der Bühne in dieser Aula sehen“. Bis dahin sei es aber noch ein weiter Weg, auf dem gestern die ersten zaghaften Schritte getan wurden. Der erste Unterrichtstag sei komplett den Klassenlehrern vorbehalten, erklärte die Direktorin weiter. Sie zeigte den Mädchen und Jungen, wo sie was in den Gebäuden finden. Die Schüler lernten die Regeln der Schule kennen und erfuhren, was sie noch für ihr erstes Jahr am Gymnasium benötigen.

Zudem gab Ros den Neuankömmlingen mit auf den Weg, auch zu ihren Mitschülern aus den Parallelklassen nett zu sein, denn im Laufe der kommenden sieben Jahre werden sie immer mal wieder neu aufgeteilt und würden auch Kurse gemeinsam belegen. Dann endlich lernten die Fünftklässler ihre Klassenlehrer und ihre künftigen Klassenkameraden kennen, denn die Aufteilung in vier Klassen erfolgte erst gestern Morgen. Und als die Namen vorgelesen wurden, gab es so manches „Yea“, wenn Freunde zusammenbleiben konnten. Klassenlehrerin der 5a ist Linda Liesecke, der 5b Bernd Schmiede, der 5c Monika Riek-Burchardt und der 5d Daniel Wegener.

Bilder

Allerdings werden die beiden Herren ihren jeweiligen Klassen nur ein halbes Jahr vorstehen, wie Steffi Ros erklärte. Dann übernehmen Ina Brandenburg die Klasse 5b und Nadine Wegener die Klasse 5d. Zurzeit sind die beiden noch in Elternzeit. Wenn sie dann wieder tätig werden, stehen diesem Jahrgang der Fünftklässler alles Lehrkräfte aus der Biologie-Lehrer-Fraktion vor, die auch miteinander gern zusammenarbeiten. Das sei laut Ros auch mit Blick auf Klassenfahrten von Vorteil.

Kein Informatik und Astronomie

Mit Blick auf die Unterrichtsgestaltung mache sich der Lehrermangel auch im Gardelegener Gymnasium bemerkbar. „Wir müssen Kürzungen vornehmen“, erklärte die Direktorin gestern auf Nachfrage der Volksstimme. Das Hauptproblem sei diesbezüglich das Fach Religion. Andere Fächer können derzeit überhaupt nicht angeboten werden. Das seien Informatik und Astronomie.