Gardelegen (wrm) l So ganz geheuer war Dackeldame Aska von den elf Quellen die Sache offenbar nicht. Mit treuen Dackelaugen sah sie fragend zu Frauchen hoch. „Schön stillsitzen“ befahl Astrid Lippek deshalb, und erklärend ins Publikum: „Sonst darf sie ja auch nicht auf den Tisch.“ Am Sonntag vor der Lindenthaler Gaststätte durfte die schmucke Rauhhaarteckelhündin der Gardeleger Züchterin allerdings nicht nur drauf, sie musste sogar. Dort nämlich schaute sich Zuchtrichter Jens Papenhagen aus Henningsdorf genau an, in welcher Form sie ist. Am Ende gab‘s dann ein „Vorzüglich“ vom Experten. Aska darf also fortan zur Zucht zugelassen werden, ihre Welpen bekommen eine Ahnentafel – erklärtes Ziel eines jedes Züchters.

Und genau das bewog am Wochenende wieder einmal so manchen Teckelzüchter aus der Region, sein Tier in Gardelegen vorzustellen. Denn die örtliche Teckelgruppe Gardelegen im Landesverband Sachsen-Anhalt im Deutschen Teckelklub bietet seit vielen Jahren diese Möglichkeit an. Über den Verein zur Zucht zugelassen sind nur Tiere, die den Formwert vorzüglich oder sehr gut erhalten. Immerhin noch für den jagdlichen Bereich ist das Zuchtprädikat gut geeignet.

Und eines dieser Ziele erreichten am Sonntag dann auch wieder die meisten Tiere – sehr zur Freude ihrer Besitzer. Es gab aber auch Enttäuschungen. Ein Züchter erfuhr erstmals, dass sein Tier einen Erbfehler hat, der äußerlich nicht zu sehen ist, und die Hündin deshalb nicht zur Zucht zugelassen werden kann. Nicht schlimm, tröstete der Experte am Richtertisch, denn „dem Hund macht das nichts aus, und für Herrchen und Frauchen ist ihr Hund ja sowieso der schönste“.

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Vorgestellt wurden in Gardelegen in diesem Jahr übrigens erfreulich viele Tiere, stellte Vereinsvorstand Lutz Sonnenberg fest, der die Besucher begrüßt hatte. Und auch die Vielfalt war sehr schön. So durften alle Haararten, also Kurzhaar-, Langhaar- und Rauhaarteckel auf dem Richtertisch Platz nehmen. Begutachtet wurden dabei unter anderem Körperbau, Gebiss und Fell, aber auch der Gang und die Haltung fanden Aufmerksamkeit, die Jens Papenberg beim Laufen an der Leine bewertete.

Neben so manchem Kompliment für die sehr schönen Tiere gab es außerdem Hinweise für die Züchter. So sollte der Dackel „geführt werden und nicht laufen“, auch wenn eine Diät nicht schaden könnte, sagte Papenberg. Für das leichte Übergewicht ihres Hundes hatte eine Züchterin aber eine gute Erklärung parat: „Mein Mann verwöhnt sie immer zu sehr“, gab sie lachend zu. Und dafür gab es in der Runde der Dackelzüchter natürlich ganz viel Verständnis.