Gardelegen l Mit einem neuen Vorstand will sich der Tierschutzverein Gardelegen/Kalbe um die Wiedererteilung der Betriebserlaubnis für das Gardeleger Tierheim bemühen. Das ist das Ergebnis einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des Vereines, die am Montag stattfand.

Der Altmarkkreis Salzwedel als Genehmigungsbehörde hatte dem Verein vor wenigen Wochen die Betriebserlaubnis entzogen. Grund war ein illegaler Handel mit Hunden aus Ungarn. Hauptthema während der Sitzung sei denn auch der Entzug der Betriebserlaubnis zur Tierheimbetreibung und die Positionierung des Vereines zu diesem Vorgang gewesen, informierte gestern Vereinsmitglied und Tierheimleiterin Marianne Wigger. „Der Verein ist sich einig, dass aus den vergangenen Fehlern gelernt und ein Neuanfang gemacht wird“, betonte Wigger.

Vereinschef Kurt Gewasda habe schließlich während der Versammlung seinen Rücktritt erklärt, daraufhin sei eine Neuwahl erfolgt. Die neue Vorsitzende des Vereines heißt Steffanie Koch und kommt aus dem Bördekreis. Seit vielen Jahren ist sie allerdings schon Vereinsmitglied in Gardelegen und hat auch schon ehrenamtlich im Tierheim gearbeitet.

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Dank an alle Helfer

„Trotz aller Widrigkeiten“ seien die Vereinsmitglieder dem langjährigen Vorsitzenden dankbar für seine Arbeit, betonte Wigger im Namen der Vereinskollegen. „Es sollte doch auch bedacht werden, welche Arbeit von ihm geleistet und welches Engagement von ihm erbracht wurde“, heißt es in der Pressemitteilung des Tierschutzvereines. Seit über 14 Jahren habe Gewasda ehrenamtlich für den Verein gearbeitet, habe „täglich vor und nach seiner Arbeitszeit, selbst im Urlaub und in seiner Freizeit mitgewirkt.“ Dafür sprachen ihm die Vereinsmitglieder auch ihre Anerkennung aus.

Ein großer Dank gelte zudem allen Mitgliedern, allen ehrenamtlichen Helfern und den Sponsoren, heißt es in dem Schreiben weiter. „Positiv überrascht“ sei man im Verein zudem über die „große Anteilnahme und Unterstützung der Bevölkerung und der Tierschutzallianz Magdeburg, die wir im Zusammenhang mit der beabsichtigten Schließung des Tierheimes erfahren haben“. Mittlerweile habe es nach dem Entzug der Betriebserlaubnis auch ein Gespräch zwischen dem Gardeleger Tierschutzverein und der Stadt gegeben, bestätigte Bürgermeisterin Mandy Zepig gestern auf Nachfrage.

Auch sie sei darüber informiert worden, dass der Verein das Tierheim gern weiterhin betreiben würde und einen entsprechenden Antrag an den Altmarkkreis Salzwedel stellen wird. Ihr sei seitens des Vereines auch zugesichert worden, dass dieses noch im September erfolgen soll, so Zepig. „Wir werden jetzt erst einmal abwarten.“Werde der Antrag vom Kreis genehmigt, werde die Stadt auch weiterhin mit dem Gardeleger Tierschutzverein als Vertragspartner zusammenarbeiten, betonte die Bürgermeisterin. Der Vertrag sei auch noch nicht gekündigt worden.

In dem Fall, dass der Altmarkkreis dem Tierschutzverein Gardelegen keine Genehmigung erteilen sollte, gebe es weitere Interessenten (wir berichteten). In einem solchen Fall müsse man sich dann natürlich mit dem bisherigen Betreiber des Tierheimes abstimmen, so Zepig. Zwar gehören Grundstück und Gebäude der Stadt, ob dennoch ein finanzieller Ausgleich erfolgen muss, werde dann geprüft. Grundsätzlich sei die Stadt aber an einer weiteren Zusammenarbeit mit dem Gardeleger Verein interessiert, so Zepig.