Kämeritz l Die elfjährige Anna Röhl aus Uthmöden zeigte sich schon recht sicher im Umgang mit dem Akkuschrauber, denn sie durfte beim Befestigen der großen Info-Tafeln in der neuen Apfelhütte bei Kämeritz helfen, die jetzt Touristen und einheimische Naturpark-Besucher über Flora und Fauna im Naturpark Drömling und über die Streuobstwiese bei Kämeritz informieren.

Am Sonnabend wurde die Apfelhütte offiziell eingeweiht. Gemütliches Wetter gab es dazu nicht gerade. Windig war es und regnerisch nass, aber richtige Juniorranger und Naturliebhaber stört das nicht. Warm angezogen gingen die Kinder ins Freie, um an einer Streuobstwiesenrallye teilzunehmen. Darüber hinaus gehörte ein Streuobstwiesen-Quiz zum Programm der Einweihungsfeier, ebenso wie das Herstellen farbiger Obstdrucke.

Ergebnis einer touristischen Studie

In der Apfelhütte konnten sich die Teilnehmer dann stärken mit selbstgemachtem Apfelsaft von Früchten der Kämeritzer Streuobstwiese, Bachblütentee, Kaffee und Kuchen. Dafür hatten die Eltern der Juniorranger und freiwillige Helfer gesorgt.

Das Projekt Apfelhütte bei Kämeritz ist ein Ergebnis einer Studie zur touristischen Vermarktung des Naturparkes, erläuterte der stellvertretende Leiter des Naturparkes, Ulf Stautmeister. Dazu gehörten auch die Beobachtungstürme aus Holz, die im Naturpark aufgestellt worden seien, ebenso die Schutzhütte an der Flachwasserzone bei Mannhausen.

Ausweisung als Biosphärenreservat

Unterstützt wurden die Projekte von der Stork Foundation. Die Stiftung habe für die Kämeritzer Apfelhütte die Materialkosten von 6000 Euro übernommen. Der Aufbau erfolgte von den vier Landschaftspflegern der Naturparkverwaltung. Die Streuobstwiese bei Kämeritz sei bereits in den 1990er Jahren angelegt worden. „Der Schwerpunkt liegt dabei auf alte Apfelsorten“, so Staut-meister. Jedes Jahr würden neue Bäume dazu gepflanzt. Und zur Ernte wird dann dort traditionell ein Apfelfest mit einer mobilen Apfelpresse zum Mosten gefeiert.

Im Rahmen des diesjährigen Apfelfestes sollte auch die Einweihung der Apfelhütte erfolgen. Aufgrund des Sturmtiefs fiel das Fest aus Sicherheitsgründen allerdings aus. Das große Thema im Naturpark Drömling ist aber weiterhin die Ausweisung als Biosphärenreservat. „Der Zeitplan ist aber noch offen“, so Stautmeister. Nach Zustimmung aller betroffenen Anrainerkommunen würden nun die Antragsunterlagen für Brüssel erstellt. Stautmeister hofft, dass 2018, spätestens 2019 das Verfahren abgeschlossen ist.