Gardelegen l „Ja, ich trinke gern Kaffee“, räumte Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Zepig im Volksstimme-Gespräch ein. Gern auch mal to go, also zum Mitnehmen für unterwegs. Was sie aber zunehmend ärgere, seien die vielen Pappbecher, die oftmals einfach so weggeworfen würden. Etliche Gespräche habe sie mit dem Kaffeeverkäufer ihres Vertrauens dazu geführt. „Ich habe dann mal ein bisschen im Internet recherchiert“, so Zepig. Und gefunden habe sie dabei eine interessante Firma mit einem interessanten Pfandsystem für Mehrwegbecher in verschiedenen Größen. Sie habe sich ein Probepaket schicken lassen und Kontakt mit der Deponie GmbH aufgenommen.

Projekt mit der Deponie

Gemeinsam sei das Projekt „Wir für uns – neue Wege für unsere Umwelt“ ins Leben gerufen worden. Im Rahmen dieses Projektes soll das Becherpfandsystem in Gardelegen etabliert werden. Und so soll es funktionieren: Tankstellen, Imbissläden, Bäcker, alle Geschäftsleute, die Getränke zum Mitnehmen anbieten, können mitmachen. Jeder Partner zahle pro Tag einen Euro, also 365 Euro für ein ganzes Jahr, an die Firma, die die Pfandbecher liefere. Getränke werden dann in den Pfandbechern verkauft. Der Kunde kann seine Becher dann wieder in alle teilnehmenden Geschäfte zurückbringen und erhält dort seinen Pfand zurück. Die Geschäfte würden dabei auch sparen, denn sie müssten keine Wegwerfbecher mehr kaufen. Und das Müllaufkommen könnte deutlich reduziert werden. Deutschlandweit würden etwa 320.000 Becher zusammenkommen – und das stündlich.

Das System wurde 2016 von der Firma reCup entwickelt. Bis 2019 konnten über 2000 Partner gewonnen werden, heißt es auf der Homepage des Unternehmens. Darunter sind auch große Werke wie VW Wolfsburg.

In Sachsen-Anhalt gebe es jeweils einen Laden in Halle und Magdeburg, die sich daran beteiligen. Vertreter von reCup werden das System nun auch in Gardelegen vorstellen. Dazu findet am Donnerstag, 11. April, ab 14 Uhr eine Informationsveranstaltung im Gardeleger Rathaussaal statt. Eingeladen dazu ist jeder, der sich angesprochen fühlt.

„Wir könnten die Becher sogar mit unserem Gardelegen-Logo bedrucken lassen“, so Zepig. Dafür allerdings müsste eine Menge von 10.000 Bechern abgenommen werden.