Badel l „Es sieht hier aus, als hätten wir eine konspirative Sitzung. Aber wir mussten das so machen, sonst wäre sie nicht gekommen“, berichtete Ortschaftsratsmitglied Thomas Schreiber. 20 Jahre lang war Christa Schulz Bürgermeisterin in Badel, seit der Gebietsreform Ortsbürgermeisterin. Seit der Wende war sie im Gemeinderat. Mit 66 Jahren möchte sie die Amtsgeschäfte nun ruhen lassen, war zur Wahl nicht wieder angetreten.

Für ihre langjährigen Dienste im Sinne Badels organisierte der Ortschaftsrat eine kleine Abschiedsfeier. Dazu lud er Schulzzu einer letzten Besprechung vor dem Amtswechsel ein, überraschte sie dann aber mit Blumen und einem kleinen Umtrunk. „Sich für den Ort engagieren, das ist die Botschaft von Christa Schulz“, fasste Schreiber ihr Wirken für Badel zusammen.

Spagat zwischen den Interessen

Eingeladen war auch Kalbes Bürgermeister Karsten Ruth, der sagte, dass er mit Christa Schulz nicht nur eine Ortsbürgermeisterin, sondern auch ein Stadtratsmitglied verliert. „Badel ist nicht mit wehenden Fahnen nach Kalbe gekommen. Das hat Christa Schulz auch immer gesagt, ohne dabei die Sachlichkeit zu verlieren.“ Diese direkte, aber dennoch respektvolle Art schätze Ruth an ihr. Sie habe sich immer für Badel eingesetzt, über all die Jahre hinweg. Aber auch im Stadtrat war sie sich ihrer Verantwortung als demokratisch gewähltes Mitglied stets bewusst. So habe sie dort auch Entscheidungen getroffen, die im Sinne der Einheitsgemeinde ausfielen. Diesen Spagat, die Interessen des Ortes Badel und die der Einheitsgemeinde zu wahren, habe Schulz gut hinbekommen. Ruth lobte ihre Beständigkeit, Ehrlichkeit und ihr Bestreben, alle gleich zu behandeln. Im Kalbenser Stadtrat werde Christa Schulz fehlen, so Ruth. Und sicher, fügte er hinzu, werde sie auch im Ortschaftsrat Badel fehlen.

Dem Badeler Ortschaftsrat machte Ruth ein Kompliment, nämlich dafür, dass die Mitglieder den Anstand und Respekt besitzen, für Christa Schulz einen Abschied im würdigen Rahmen zu gestalten.

Noch Wünsche für Badel und Thüritz

Geschafft hat sie während ihrer Amtszeit eine ganze Menge. „Alle Straßen und Gehwege sind gemacht“, fasste sie zusammen. Stolz ist sie aber vor allem darauf, dass es gelungen ist, dass auch Thüritz 2003 ans zentrale Abwassernetz angeschlossen werden konnte. Mit dem Rückblick auf längst Erreichtes fielen ihr auch Wünsche für die Zukunft ein. So wären Gehwege für Thüritz noch eine feine Sache. Allerdings sei dies immer auch mit Kosten für die Anwohner verbunden, gab sie zu bedenken.

Ganz aus dem Dorfleben in Badel wird sich Christa Schulz nicht zurückziehen. Die Seniorentreffen wird sie weiterhin organisieren. Und auch im grünen Bereich engagiert sie sich weiterhin ehrenamtlich. Und ein Auge auf die Belange der Anwohner wird sie sicher weiterhin haben. Und ihr fiel gleich noch etwas ein. „Aber, Herr Bürgermeister...“, begann sie und machte darauf aufmerksam, dass nach den Arbeiten der Telekom im Ort noch Nachbesserungen erfolgen müssen. Ruth schmunzelte, denn mit „Aber, Herr Bürgermeister...“ begannen in den zurückliegenden Jahren viele Gespräche, in denen Schulz auf zu erledigende Dinge in Badel hinwies.