Estedt l Eigentlich sollte Estedt schon ein paar Monate vor seinem 900-jährigen Jubiläum feiern – nämlich vom 16. bis 18. Juni 2021. Nun wird es mit den Feierlichkeiten aber doch bis zu einem Dreivierteljahr länger dauern. Dies gab Ortsbürgermeister Volker Schmidt in der Ortschaftsratssitzung am Montagabend bekannt.

Dafür gibt es zwei Hauptgründe: Zum einen muss noch jemand gefunden werden, der als Veranstalter die Verträge unterschreibt und damit im Zweifelsfall auch haftet. Während andere Gemeinden eigene Vereine dafür haben, wollte Estedt diese Rolle eigentlich an den Schützenverein geben. Das ginge aber nicht, weil dieser nur sportliche Veranstaltungen organisieren könne, erklärte Schmidt im Nachgang.

Verantwortung auf viele Schultern verteilen

Die Stadt habe deswegen schon vorgeschlagen, einen neuen Verein aus dem Ortschaftsrat heraus zu gründen, oder dass Schmidt die Verträge allein übernimmt. Der möchte zunächst „rechtlich abklopfen“, ob es möglich ist, dass der ganze Ortschaftsrat unterschreibt. So soll die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt werden.

„Die andere Geschichte ist natürlich Corona“, fasste der Ortsbürgermeister die zweite Ursache zusammen. Es sei nicht davon auszugehen, dass sich die Lage bis Juni 2021 genug beruhigt habe, dass die Feier in angemessener Größe und unbeschwert stattfinden könne. Die Corona-Pandemie hatte zuvor bereits für Verzögerungen gesorgt: Eigentlich sollten erste Gespräche mit der Stadt nämlich schon im März erfolgen, was aber zunächst auf Eis gelegt werden musste. Die Vorbereitungen – unter anderem auch die Gründung eines Planungskomitees – begannen damit laut Schmidt erst im Juli dieses Jahres.

Wunschtermin im Juni

Schon da wurde ein Wunschtermin im Juni angesteuert, wegen des verlässlicheren Sommerwetters. Das eigentliche Jubiläum wäre nämlich im Oktober 2021, neun Jahrhunderte nach der ersten urkundlichen Erwähnung 1121. Der Wunschtermin 2022 liegt nun ebenfalls im Juni und damit näher am 901-jährigen Bestehen.

Bei der Finanzierung sollen die Brauchtumsmittel aus diesem Jahr helfen. Von diesen wurde bisher nur wenig ausgegeben, da viele Veranstaltungen ausgefallen sind oder noch ausfallen werden. Zum Beispiel rechnet Schmidt damit, dass die Seniorenweihnachtsfeier im Dezember nicht stattfindet. Das übrige Geld soll daher in die nächsten Jahre fließen.

2021 vielleicht besonderer Dorfrundgang

Ein Teil wurde aber noch bei der Sitzung eingeplant: Der Schützenverein bat darum, bei der Vergabe berücksichtigt zu werden – unter anderem wegen des finanziellen Aufwands bei Veranstaltungen wie dem Pokalschießen. Schmidt wird einen Antrag stellen, 250 Euro an den Verein auszuzahlen.

Der Jahrestag soll unterdessen nicht ganz ohne Gedenken vorübergehen, zumindest eine kleine Veranstaltung ist noch geplant. Was konkret passiert, steht noch aus. Ortschaftsrätin Margot Göbel schlug einen Dorfrundgang vor, eventuell mit Unterstützung von Rupert Kaiser, der in Gardelegen die Stadtführungen übernimmt.