Kalbe l Für Egon Frenzel hatte sich der Besuch der Fahrradversteigerung am Kalbenser Rathaus gelohnt. Zwar hatte der Neunjährige nicht sein Wunschfahrrad ergattern können, dafür waren die Einsätze der Mitbieter zu hoch, am Ende erhielt er aber ein typähnliches Mountainbike für 30 Euro. Mit diesem Ergebnis war der junge Kalbenser zufrieden. Und zufrieden war auch sein Bruder Willi (6): „Ich kriege jetzt nämlich das BMX-Rad meines Bruders, für das er schon zu groß ist.“

Insgesamt 14 Fahrräder standen zur Versteigerung bereit. Alles Fundstücke, die seit mehr als einem halben Jahr im Lager der Stadt standen und darauf warteten, von ihrem Besitzer abgeholt zu werden. Ist die Frist von einem halben Jahr vorbei, können Fundgegenstände versteigert werden. Die angebotenen Räder wurden sogar um vieles länger aufbewahrt. Seit 2012 ist das Fahrrad im Lager, das dort am längsten abgestellt war. Das jüngste Exemplar stammt aus dem Jahr 2018.

Übriggebliebene Räder weden gespendet

Am Rathaus wurden die Zweiräder aufgereiht. Die Interessenten hatten eine halbe Stunde vor der Versteigerung Zeit, sich die Fahrräder genauer anzusehen. Und dann ging es auch schon los. Das Angebot reichte von einem einfachen Kinderfahrrad über Damenfahrräder mit und ohne Gepäckkorb bis hin zu Mountainbikes. Das Schmuckstück, ein Mountainbike 26 Zoll, erzielte den höchsten Preis. Gleich mehrerer Bieter waren am Start. Am Ende wechselte es für 75 Euro den Besitzer. Das Mindestgebot lag bei 40 Euro.

Übrig gelbieben sind sieben Fahrräder. Für diese fanden sich keine Interessenten. „Wir werden versuchen, die Fahrräder an Einrichtungen zu spenden“, sagte der Leiter des Bauhofes, Uwe Wolff, der als Auktionator durch die Veranstaltung führte. Übrigens: Fundsachen können nur bei Versteigerungen wieder an den Mann oder die Frau gebracht werden. Die Möglichkeit, im Fundbüro nachzufragen, ob es Fahrräder oder ähnliches, das schon lange dort liegt und nicht abgeholt wurde, günstig zu kaufen gibt, existiert nicht. „Fundsachen werden nur bei Versteigerungen angeboten“, so Wolff. Die nächste Gelegenheit wird wohl auf sich warten lassen. „Wir haben keine festen Termine. Wir bieten Versteigerungen nach Bedarf an“, berichtete Beatrice Krause-Apel, Mitarbeiterin der Stadtverwaltung. Die bis dahin letzte Versteigerung hatte es 2016 gegeben. Auch damals waren Fahrräder unter den Hammer gekommen.

Handys kommen nicht unter Hammer

„Das Versteigern von Handys oder Tablets ist aus Datenschutzgründen nicht möglich“, so Krause-Apel. Diese Gegenstände werden verschrottet, nachdem sie lange genug aufbewahrt wurden. Die Nachfrage im Fundbüro, ob vermisste Gegenstände dort lägen, sei groß. „Aber nicht immer ist das, was gesucht wird, auch tatsächlich bei uns abgegeben worden,“, so Krause-Apel. Abgeholt wurde allerdings ein Fahrrad, das seit Dezember 2019 im Fundbüro lagerte. Nun steht dort nur noch ein Fahrrad. Es wurde im November 2019 ins Fundbüro gebracht.