Gardelegen l Wird des Torwächters Ende wie das der Berliner Mauer aussehen? Stück für Stück zerlegt? Zumindest ist dieser Vorschlag seit Dienstagabend im Raum.

Bürgermeisterin Mandy Zepig informierte die Sozialausschussmitglieder, dass ein Wiederaufbau der Holzskulptur mit einem Metallunterbau keine Option sei. Die Metallbauerinnen, mit denen sie gesprochen hatte, „haben gesagt, dass das bei dem Zustand des Torwächters nicht mehr drin ist“. Auch ein Gespräch mit Roland Lindner, der die Skulptur einst aus der Eiche am Salzwedeler Tor gesägt hatte, brachte Anfang der Woche keine neue Idee. Ein Metallunterbau entspreche nicht seinen Vorstellungen, teilte Zepig mit. Lindner habe angeboten, dass er für die Stadt ein Kunstwerk aus anderem Material gestalten könne. Der Künstler arbeitet zurzeit vor allem mit Bronze.

Auf Paletten unter Plane gelagert

Aktuell liegt der Torwächter auf Paletten gelagert und von oben mit einer Plane abgedeckt. Schon bei der Sitzung des Ausschusses im Januar hatte die Bürgermeisterin darum gebeten, dass auch in den Fraktionen beraten werden solle, wie mit der Holzskulptur, die viele Jahre die Ansicht am Salzwedeler Tor geprägt hatte, umgegangen werden soll. Von der Fraktion Freie Liste/Feuerwehr war die Idee gekommen, den Torwächter als Kletterspielzeug in den Bürgerpark zu legen.

Mit einem Vorschlag, „der mir gerade eben eingefallen ist“, überraschte Anja Rohrdiek (berufene Bürgerin der CDU-Fraktion) dann die Ausschussmitglieder. „Man könnte den Torwächter in Stücke teilen und dann das Holz versteigern.“ Das fand durchaus Zustimmung bei den Anwesenden. Dirk Kuke (Freie Liste/Feuerwehr) merkte an: „Er ist nicht zu retten.“

Einnahmen für neues Kunstwerk

Und es wurde gleich noch konkreter: Eine Versteigerung könnte im Rahmen des Hansefestes stattfinden. Die Einnahmen aus dem Holzverkauf könnten dann als „finanzieller Sockel“, so Rohrdiek, genutzt werden, um vielleicht irgendwann ein neues Kunstwerk in Gardelegen installieren zu können.

Die Bürgermeisterin begrüßte den Vorschlag, bat jedoch, dass sich die Fraktionen bis zur Stadtratssitzung am 20. Juni zur Versteigerungsidee positionieren mögen: „Denn ich will nachher keinen Aufschrei haben.“ Einen Platz zur Versteigerung beim Hansefest zu organisieren, sei sicherlich machbar, so Zepig. Im November endete das Dasein des Holzkolosses am Salzwedeler Tor, da er wegen Pilzbefalls abgebaut werden musste. Von Februar 2003 bis November 2015 hatte die – gerade zu Beginn höchst umstrittene – Skulptur das Stadtor geziert.