Gardelegen l 1,87 Millionen Euro will der Gardelegener Wasserverband 2020 investieren, wobei 1,145 Millionen Euro auf den Schmutzwasserbereich und 750.000 Euro auf den Trinkwasserbereich entfallen. Eine Kreditaufnahme ist – wie in den Vorjahren – auch 2020 nicht vorgesehen. Der letzte Kreditvertrag laufe zum 30. Juni 2020 aus. Der Vertrag mit noch 2,25 Millionen Euro soll umgeschuldet werden. Damit wird sich die Verbandsversammlung in ihrer nächsten Sitzung befassen, denn aktuell gebe es noch günstige Konditionen, betonte Geschäftsführerin Katja Rötz in der jüngsten Versammlung.

In diesem Jahr sind Sanierungsarbeiten unter anderem in der Kläranlage Mieste vorgesehen. Konkret gehe es um einen Zulaufkanal und einen Zulaufrechen, erläuterte Karsten Scholz, technischer Leiter im Wasserverband Gardelegen. 183.000 Euro sind dafür veranschlagt. Im Gardelegener Klärwerk soll unter anderem die Belüftungstechnik erneuert werden. Die sei über 20 Jahre alt und verursache hohe Wartungskosten. „Hier geht es auch um eine energetische Optimierung der Anlage“, so Scholz. Die Kosten liegen bei 106.000 Euro.

Fernübertragungstechnik für Störmeldunge

Für 25.000 Euro soll das Hauptpumpwerk in Letzlingen saniert werden. Vorgesehen ist zudem der Kauf neuer Fernübertragungstechnik für Störmeldungen. „Wir gehen hier mit der Zeit“, betonte Scholz. Ein Projekt, das bereits 2019 geplant war, ist der Klingberg, eines der mittelalterlichen Gässchen im Stadtzentrum. Dort sollen für 127.000 Euro die Hausanschlüsse erneuert werden. Das allerdings nur, wenn die Erneuerung im Rahmen einer Gemeinschaftsaktion mit der Stadt Gardelegen realisiert werden kann. Die plane die Sanierung des Straßenbereiches. Eine Ausschreibung soll in Kürze erfolgen. „In der Hoffnung, über den Winter entsprechende Preise erzielen zu können“, so Scholz.

Mit Blick auf die komplizierte Baulage in der Wächterstraße mit schlechten Bodenverhältnissen, zusätzlichen Baugrundsicherungsarbeiten und fehlender Bau- freiheit aufgrund der schmalen Gasse werde auch für den Klingberg mit komplizierten Bauverhältnissen gerechnet. In einem zweiten Bauabschnitt soll im Wiesenweg in Gardelegen 100 Meter Schmutzwasserkanal, 50 Meter Hausanschlussleitungen und acht Hausanschlüsse erneuert werden (100.000 Euro).

Neue Leitungen sowohl für Trinkwasser als auch für Abwasser sollen in diesem Jahr in Lindenthal verlegt werden, und zwar im Drossel- und im Finkenweg. In der OdF-Straße in Gardelegen sollen die Schmutzwasserleitung und die Hausanschlüsse erneuert werden. In diesem Jahr geht es allerdings nur um die Erstellung der Planungsunterlagen. Denn auch dieses Projekt soll gemeinsam mit der Stadt realisiert werden, die ihrerseits den grundhaften Ausbau der Straße plant.

Planung für die Ortsdurchfahrt Lindstedt

Ein weiteres Gemeinschaftsprojekt mit der Stadt Gardelegen ist der Ausbau der Ackendorfer Dorfstraße. Der Wasserverband wird sich mit der Erneuerung der Trinkwasserleitung und der Hausanschlüsse beteiligen. Planungsleistungen sind auch für Leitungserneuerungen in Lindstedt vorgesehen. Dort plant der Baulastträger – es handelt sich um eine Landesstraße – die Erneuerung der Ortsdurchfahrt. Daran will sich der Wasserverband mit dem Leitungsbau beteiligen. In Mieste soll in einem zweiten Bauabschnitt das Eigenheimgebiet Dammkrug erweitert werden. Der Wasserverband ist mit der Trink- und Schmutzwassererschließung dabei.

Die Gebühren für Wasser und Abwasser bleiben unverändert. Der Verband liege mit der 2018 erstellten Kalkulation gut im Plan, so Rötz. Insgesamt sind im Erfolgsplan des Verbandes Erträge (Einnahmen) von 8,59 Millionen Euro und Aufwendungen (Ausgaben) von 7,778 Millionen Euro veranschlagt. Im Vermögensplan liegen die Einnahmen und Ausgaben deckungsgleich bei 4,168 Millionen Euro. Die Wasserverbandsversammlung hat den Haushalt für 2020 einstimmig beschlossen.