Gardelegen l Die Trockenheit der vergangenen beiden Sommer ist noch jedem gut in Erinnerung. Wochenlang fiel kein Tropfen Regen vom Himmel. Nicht nur die Land- und Forstwirtschaft sehnte erfrischendes Nass herbei, sondern auch jeder, der abends seine Gieß- und Rieselrunden über den Hof und im Garten drehen wollte.

Lage in Gardelegen noch gut

Auch jetzt meint es die Sonne wieder zu gut. Und die Hitzeperiode soll noch andauern. Wieder lechzt die Natur nach Wasser und die Rasensprenger laufen hochtourig. Damit schnellt auch die Abnahme des Trinkwassers in die Höhe. Im Bereich des Salzwedeler Wasserverbandes (VKWA) ist man aus diesem Grund bereits in Sorge, dass die möglichen Kapazitätsgrenzen der Trinkwasserförderung erreicht und die gesetzlich vorgegebenen Grenzwerte überschritten werden.

Das sei im Bereich des Wasserverbandes Gardelegen noch nicht der Fall, erklärte gestern dessen technischer Leiter, Karsten Scholz, auf Nachfrage der Volksstimme. „Natürlich sind die Abnahmemengen gestiegen, aber momentan haben wir durch die im Verbund betriebenen drei Wasserwerke des Verbandes noch einen Kapazitätspuffer. Das ist unser Vorteil.“

Diese drei Wasserwerke befinden sich in Gardelegen, Solpke und Wiepke. Und dazu komme noch Bismark. In den Werken werde das geförderte Wasser aufbereitet und über ein Netz von 430 Kilometern Versorgungsleitungen und fünf Druckerhöhungsanlagen auf einer Fläche von 841 Quadratkilometern zu den rund 10 500 Hausanschlüssen befördert. Die Förderung selbst erfolge über 24 Tiefbrunnen in 35 bis knapp 50 Metern Tiefe.

Zudem sei der Verbrauch im Vergleich zum vergangenen Jahr nach Angaben des technischen Leiters „noch nicht exorbitant mehr und wir zehren noch von den doch recht regelmäßigen Niederschlägen in den vergangenen Monaten“. So könne die Trinkwasserversorgung im Verbandsgebiet sichergestellt werden, ohne dass die Grenzwerte der erlaubten Wasserrechte zur Entnahme von Grundwasser überschritten werden müssen.

Dennoch sollte natürlich Maß gehalten werden, denn Wasser sei, so Scholz, ein endliches Gut. Aus diesem Grund appelliert der Wasserverband Gardelegen auch an seine Verbraucher, sparsam mit dem Nass aus der Leitung umzugehen und es „nicht zur Bewässerung des Rasens zu nutzen, um ihn grün zu halten“. Das sollte jetzt nicht Priorität haben.