Gardelegen l Der Wasserverband Gardelegen steht finanziell auf gesundem Fundament. Auch im kommenden Jahr sind zahlreiche Investitionen vorgesehen. Dennoch ist keine Kreditaufnahme geplant und die Gebühren sollen stabil bleiben. Das wurde während der Verbandsversammlung in dieser Woche verkündet. „Wir geben keinen düsteren, sondern einen vorsichtigen Ausblick“, bemerkte Geschäftsführer Sven Müller im Hinblick auf den Plan für das Wirtschaftsjahr 2021.

Stabilität hat Priorität

„Die Gebührenstabilität hat oberste Priorität, wobei es gleichzeitig gilt, einen Instandhaltungs- und Investitionsstau zu vermeiden. Soweit machbar, sind wir bemüht, Fördermittel auszuschöpfen“, lautete seine Aussage, die die Kunden des Wasserverbandes freuen dürfte. Für diese ist auch die Information wichtig, dass es in diesem Jahr nur noch zwei Ablesearten gibt: durch Auslesung der Ultraschallzähler mit einem Funkmodul durch den Verband und mittels Ablesung durch den Kunden. Dafür werden dieser Tage circa 10 000 Karten gedruckt und versandt. Deren Rücksendung soll bis zum 6. Januar erfolgen.

Im Hinblick auf die aktuellen Bauvorhaben und abgeschlossene Arbeiten im Jahr 2020 berichtete der technische Leiter des Verbandes, Karsten Scholz, dass die Sanierung der Zulaufrinne und die Erneuerung des Rechens in Mieste am Tage der Versammlung abgeschlossen wurden. Bereits Ende Oktober wurde der Ersatzneubau von rund 180 Metern Trinkwasser-Versorgungsleitung in Faulenhorst durch die Mitarbeiter des Wasserverbandes fertiggestellt. An einer Verbindungsleitung Meßdorf/Schönebeck wird gearbeitet.

Ungewöhnliche Schadensbilder

„Schadensbilder, die mir in meiner Laufbahn bisher nicht untergekommen sind“, sah Scholz am Schmutzwasserkanal in Estedt. Das Rohr am Sportplatz sei stark verformt und teils aufgeplatzt. „Es besteht massiver Handlungsbedarf“, berichtete er. In dieser Woche sollte bereits gearbeitet und ein 120 Meter langer Kanal erneuert werden. Gehofft wird, diese Arbeiten bis zum 22. Dezember abschließen zu können.

In diesem Jahr wechselte der Verband 1827 Wasserzähler. 29 Rohrbrüche an Hauptleitungen wurden repariert und 17 an Hausanschlussleitungen. 28 Hydranten und fünf Schieberkreuze wurden erneuert.

Energiekosten sinken

Die Rohwasserförderung im Bereich des Verbandes befindet sich mit 1,8 Millionen Kubikmetern auf einem gleichbleibend hohen Niveau, fiel aber etwas geringer aus als 2019, weshalb auch der benötigte Energiebedarf niedriger war (711 873 kWh). Erfreut zeigte sich Scholz über die geringeren Energiekosten. Zusätzlich zum gesunkenen Bedarf wurden nämlich rund 27 Prozent davon durch Eigenproduktion gedeckt, im Vorjahr waren es 19 Prozent. Eine Kostenersparnis von weiteren 34 000 Euro ergibt sich bei der Entsorgung der geringeren Klärschlammmenge mit vier Prozent höherem Trockengehalt.

Auch ein Teil der für 2021 geplanten Investitionen soll dazu dienen, weitere Kosten in Zukunft einzusparen. Der Verband plant zum Beispiel die Anschaffung einer eigenen Kanalkamera, da die Kontrolle der Kanäle als wiederkehrende Aufgabe – bisher als eingekaufte Leistung – mit hohen Kosten verbunden ist.

Veraltete Technik ersetzen

Im Miester Klärwerk soll rund 30 Jahre alte Technik ersetzt werden, mit neun bis zehn Prozent energetischem Einsparpotenzial wird gerechnet. Auch an der Kläranlage in Gardelegen wird gearbeitet. 200 000 Euro sind für die Sanierung beider Anlagen geplant. In Gardelegen sind für die Erneuerung der Rührwerke im Belebungsbecken und Bio-P-Becken (biologische Phosphorelimination) 110 000 Euro angesetzt, in der Kläranlage Mieste für die Erneuerung des Gebläses im Belebungsbecken und den Sandfang 90 000 Euro.

Der Investitionsplan Schmutzwasser sieht Baukosten von 1,6 Millionen Euro vor, der für das Trinkwasser 1,3 Millionen. Das Wasserwerk Gardelegen soll eine Dachflächen-Fotovoltaikanlage erhalten, um künftig weitere Energiekosten zu sparen, außerdem soll das Absetzbecken für Filterrückspülwasser neu gebaut werden (60 000 Euro). Im Wasserwerk Wiepke sind die Erneuerung und Sanierung der Filterkessel (100 000 Euro) geplant. Die Trinkwasserverbindungsleitung zwischen Jävenitz und Hottendorf, die in der Vergangenheit immer wieder durch schwer erreichbare Rohrbrüche auf sich aufmerksam machte, soll erneuert werden und künftig am Radweg verlaufen. Erneuerungsbedarf besteht auch am Kiefernweg in Zichtau, wo es auf 20 Metern schon drei Flickstellen gibt.