Wohnungsmarkt

WBG Kalbe veräußert Immobilien: Sächsische Firma ist neue Eigentümerin / Wohnungen werden weiter vor Ort verwaltet

Die Wohnungsbaugesellschaft Kalbe mbH hat ihren Immobilienbesitz veräußert. Betroffen sind rund 90 Wohnungen in der Milde-Stadt. Das Unternehmen bleibt allerdings Verwalter dieser Wohneinheiten.

Von Doreen Schulze
Dieser Wohnblock an der Alten Bahnhofstraße gehört zu den Immobilien, die veräußert worden sind.
Dieser Wohnblock an der Alten Bahnhofstraße gehört zu den Immobilien, die veräußert worden sind. Foto: Doreen Schulze

Kalbe - Nicht nur das Wohnungsunternehmen Grand City Property hat zum 1. Juli in Kalbe mehr als 100 Wohnungen veräußert (Volksstimme berichtete), auch die Wohnungsbaugesellschaft (WBG) Kalbe mbH hat ihren Immobilienbesitz im Ort abgegeben. Nach Volksstimme-Informationen haben sich nach dem Tod des Mitgesellschafters Konrad Meier die übrigen Gesellschafter zu diesem Schritt entschlossen. Michael Meier, Bruder des Verstorbenen, der nach eigenen Angaben den Nachlass regelt, bestätigte den Verkauf der Immobilien. Wie er schätzt, handele es sich um 90 Wohnungen, unter anderem an der Alten Bahnhofstraße und der Gerichtsstraße.

Neuer Eigentümer ist mit Wirkung vom 15. Juni 2021 die Siedlungswerk Kalbe GmbH mit Sitz in Lichtenau in Sachsen. Laut Handelsregister hat sich dieses Unternehmen am 11. Februar 2021 gegründet. Für eine Stellungnahme war es allerdings nicht erreichbar.

Neuer Eigentümer hat Sitz in Sachsen

Die WBG Kalbe ist weiterhin Tochterunternehmen des Stromversorgers und Netzbetreibers Stromkontor Gruppe in Rostock, wie diese Firma auf Anfrage bestätigte.

Für die Mieter in den Kalbenser Wohnungen werde sich kaum etwas ändern, sagte Michael Meier. Die WBG sei ja weiter für die Verwaltertätigkeit zuständig. Die einzige Änderung für die Mieter sei, dass sie ihre Miete an den neuen Eigentümer zu überweisen hätten.

Von diesem haben die Mieter erst zum Zeitpunkt des Wechsels erfahren. Das Informationsschreiben an sie ist auf den 15. Juni datiert.

Wie Bürgermeister Karsten Ruth auf Anfrage bestätigte, seien vom neuen Inhaber des Wohnungsbestandes Bemühungen zur Kontaktaufnahme ausgegangen. „Wir sind uns darüber einig, dass es Schnittmengen gibt, über die gesprochen werden sollte. Da geht es um einige noch offene Rechtsangelegenheiten“, so Ruth.

Die Stadt hatte zu Beginn der 2000er Jahre mit Altschulden zu kämpfen, die aus der Insolvenz der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) im Jahr 2002 hervorgegangen waren. Die Wobau Kalbe war die erste kommunale Gesellschaft ihrer Art gewesen, die im Land Sachsen-Anhalt Insolvenz angemeldet hatte. Die Stadt hatte damals für die Schulden gebürgt. Neuer Eigentümer war dann die Stromkontor Rostock geworden. Aber der Investor hatte sich nicht komplett an die Vereinbarung zur Altschuldentilgung gehalten, so dass sich die Kommune letztlich gezwungen gesehen hatte, einige der an ihn übergebenen Wohnblöcke auf dem Petersberg zurückzunehmen. Diese hat die Stadt bis heute im Bestand.