Volksstimme: Wann und wie kamen Sie auf die Idee, dass WhatsApp als Nachrichten- und Informationsoberfläche für die Klosteraner vom Nutzen sein könnte?
Andreas Höppner: In Kloster Neuendorf wurden, wie in anderen Ortschaften auch, alle öffentlichen Infos und Hinweise im Schaukasten am Gemeindehaus ausgehängt. Das Problem dabei ist natürlich, dass relativ wenige Klosteraner am Schaukasten vorbeilaufen. Auch ist es so nicht möglich, mal ein paar eilige Informationen und Abfragen durchzuführen, und für jede Veranstaltung Flugblätter zu verteilen, ist aufwändig und verursacht Kosten.

Gab es weitere Probleme?
Es war außerdem immer problematisch, wenn für kurzfristige Aktionen oder Treffen beziehungsweise plötzliche Terminänderungen die Betreffenden schnell kontaktiert werden mussten. Es musste dann jeder Einzelne angerufen oder angetickert werden. Das war einfach zu müßig und dauerte zu lange. Deshalb richteten wir bereits im März 2015 die WhatsApp-Gruppe Kloster Neuendorf ein.

Das ist jetzt über zwei Jahre her. Welche Vorteile haben sich herauskristallisiert?
Der große Vorteil ist wirklich die Schnelligkeit, Effektivität und auch die Einfachheit zum Informationsaustausch oder der Informationsweitergabe.

Welche Art von Nachrichten und Informationen erhalten die Interessenten darüber?
Eigentlich alles, was mit Kloster Neuendorf zu tun hat oder relevant ist, wie zum Beispiel alle öffentlichen Bekanntmachungen und Informationen, Zeitungsartikel über oder aus Kloster Neuendorf, Veranstaltungshinweise, Vereins- und Feuerwehrinfos, Termine und vieles mehr.

Gibt es auch noch andere Mitteilungen?
Beschwerden, Hinweise, Ideen und Vorkommnisse werden in der Gruppe auch gepostet sowie so Dinge wie: „Hier läuft gerade ein Hund auf der Straße, wem gehört er? Kann bei mir abgeholt werden!“ oder „Die Straßenlampe vor meinem Haus macht kein Licht mehr!“ und „Kann mir mal jemand sagen, wann das Krippenspiel in der Kirche beginnt?“

Welche Möglichkeit haben die Kloster Neuendorfer, um Teil der Gruppe zu werden?
Dazu muss man einfach eine SMS mit dem Namen an meine Telefonnummer 0174/791  84  49 senden. Wenn man in Kloster Neuendorf wohnt oder aus Kloster Neuendorf kommt beziehungsweise irgend eine andere Verbindung zu uns hat, erfolgt die Aufnahme in die WhatsApp-Gruppe Kloster Neuendorf schnell und unbürokratisch.

Werden die „Neuen“ besonders begrüßt?
Begrüßt werden die neuen Teilnehmer immer mit den Worten: „Wir begrüßen ... (Name, Vorname) ... in der WhatsApp-Gruppe Kloster Neuendorf. Herzlich Willkommen bei uns.“ So wissen gleich alle anderen Teilnehmer, um wen es sich handelt.

Gibt es einen ehemaligen Kloster Neuendorfer, der jetzt weit weg wohnt?
In der Gruppe ist ein Norweger. Ein ehemaliger Klosteraner, der ausgewandert ist und so immer noch Neuigkeiten und Infos aus der alten Heimat erfährt. Wenn er dann zu Besuch nach Kloster kommt, ist er informell immer auf dem Laufenden!

Haben Sie schon mitbekommen, dass einige Anliegen der Bürger mit WhatsApp schneller angegangen werden konnten?
Typische Anliegen, die sich schneller regeln lassen, weil einfach die Infos schneller bei mir ankommen, sind zum Beispiel defekte Straßenlampen oder auch, dass von einem Dach beim Sturm Dachziegel auf die Straße gefallen und weitere kurz davor sind. Manchmal sind es auch die kleinen Dinge, die abgefragt und schnell geklärt werden können. Zum Beispiel, wie und wo man den Raum der Feuerwehr mieten kann oder an wen man sich wenden muss, um sich anzumelden oder die Mülltonne tauschen zu lassen.

Sie sehen also Vorteile im Umgang mit WhatsApp?
WhatsApp führt einfach zu einem schnelleren und zeitnahen Nachrichten- und Informationsaustausch. Vor allem bei Informationen, die viele gleichzeitig betreffen oder betreffen könnten, ist dies positiv. Es bedarf aber einer gewissen Steuerung und Disziplin der Gruppenteilnehmer. Anfangs war das auch bei uns schwierig.

Warum?
Wenn jeder seine Party- oder Urlaubsbilder postet, sind andere Teilnehmer sehr schnell genervt, und wirklich wichtige Infos gehen unter.

Wie ist es jetzt?
Wir haben das schnell geklärt, und die Teilnehmer halten sich an die Regeln, nur Kloster-News zu posten oder Fragen zu stellen und spezielle Meldungen abzusetzen. Der Gruppenadmin hat hier also eine wichtige Steuerungsfunktion. In unserem Fall ich als Ortsbürgermeister und Gruppenadmin.

Gab es Bedenken zum Thema WhatsApp?
Anfangs gab es Bedenken zum Datenschutz, doch da alle Infos grundsätzlich öffentlich sind, spielte der Aspekt keine besondere Rolle.

Man könnte ja sagen, dass Kloster Neuendorf mit der Nutzung des modernen Nachrichtendienstes anderen Dörfern in der Region weit voraus ist.
Ich denke, es gibt verschiedene Möglichkeiten des Informationsaustausches, und WhatsApp ist eine davon. Wir haben es probiert, und es hat sich bis jetzt bewährt. Ob es in anderen Ortschaften auch passen würde, ist von vielen Faktoren abhängig. Insbesondere davon, ob es viele Aktive im Ort gibt oder ob viele gegenüber einer neuen Kommunikationsform aufgeschlossen sind.

Vielleicht gibt es ja bald die WhatsApp-Gruppe Hansestadt Gardelegen!