Zethlingen l Sich nach der Schule treffen, gemeinsam in einem separaten Raum die Freizeit verbringen, zusammen die Hausaufgaben machen und einen Rückzugsort haben, um sich mit Gleichaltrigen zu unterhalten oder Musik zu hören: Das wünschen sich die Jugendlichen in Zethlingen.

„Schon mehrfach sind Jugendliche und Kinder wegen dieser Thematik an mich herangetreten“, hatte Ortsbürgermeisterin Doris Beneke bereits im Mai dieses Jahres die Ortschaftsratsmitglieder informiert. Seitdem haben sich diese intensiv dafür eingesetzt, dass der Traum für die Zethlinger Jugend wahr wird. So wurden unter anderem Gespräche mit der Stadtverwaltung in Kalbe geführt.

Eltern würden sich am Umbau beteiligen

Nun informierte Doris Beneke während der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates: „Wir haben uns für den Standort im ehemaligen Feuerwehrgerätehaus entschieden. Hinzu kommt, dass wir mit Kristin Kintzel eine Zethlingerin gefunden haben, die sich um die Jugendlichen kümmern würde.“ Sie wäre dann die Verbindungsperson zwischen der Verwaltung in Kalbe und dem Nachwuchs des Dorfes. Erst Anfang Oktober hatte Kintzel – sie ist auch in der Zethlinger Feuerwehr in der Jugendarbeit tätig – ihre Jugendleitercard im örtlichen Erlebnishaus erworben. Dabei war unter anderem vermittelt worden, wie eine Gruppe funktioniert, welche erfolgreichen Methoden es im Umgang mit Jugendlichen gibt und wie sich Veranstaltungen für den Nachwuchs organisieren lassen.

Um das Vorhaben realisieren zu können, müsse jedoch zunächst der Stadtrat in Kalbe entscheiden, ob der Jugendraum in Zethlingen im ehemaligen Feuerwehrgerätehaus geschaffen werden könne, so Beneke. Das bestätigte gestern auch Einheitsgemeindebürgermeister Karsten Ruth: „Es muss geklärt werden, wer die Verantwortung übernimmt und wie es finanziell bewerkstelligt wird." Darüber werden die Mitglieder des Stadtrates beraten  „Sollte dieser darüber positiv abstimmen, haben wir bereits einige Sponsoren, die uns finanziell unterstützen würden. Außerdem haben sich viele Eltern und weitere Dorfbewohner dazu bereit erklärt, den Umbau in Eigenleistung durchzuführen“, freute sich die Zethlinger Ortsbürgermeisterin im Gespräch mit der Volksstimme.

Mehr Raum im Dorf bieten

Derzeit seien es, so Benekes Bilanz, mehr als 30 Jugendliche in Zethlingen, die das Angebot dann auch größtenteils wahrnehmen würden. „Wir müssen ihnen einfach etwas im Dorf bieten. Dieser Raum würde positiv dazu beitragen“, ist sich die Ortsbürgermeisterin sicher. Das Thema befindet sich bereits seit geraumer Zeit auf dem Tapet.