Genthin l Dass eine traditionelle Veranstaltung wie das musikalische Herbstfest immer wieder Überraschungen parat hält und damit Unterhaltung im besten Sinne garantiert, stellte das Genthiner Blasorchester bei seinem jüngsten großen Auftritt eindrucksvoll unter Beweis.

Das mehrstündige Programm, moderiert von Dr. Axel Lorenz, wurde diesmal in Regie von Klaus Deike zusammengestellt. Er entwickelte dabei ein feines Gespür für die Erwartungen des Publikums, in dem das Orchester nahezu alle Genres der Blasmusik bediente. Gleichwohl rüttelte der musikalische Leiter nicht an „festen Ritualen“, als Auftakt war so wieder der Florentiner Marsch von Julius Fucik gesetzt, oder „Die schöne blaue Donau“ zum Ende vor der Pause. Die Chemie zwischen Orchester und Publikum stimmte dabei bereits nach den ersten Takten, so dass mitgeklatscht und geschunkelt wurde.

Das Genthiner Blasorchester spielte vergnüglich modern, unter anderem ein Medley aus Broadway-Melodien, zeichnete ein Porträt des englischen Musical-Erfolgskomponisten Lloyd Webber und setzte Glenn Miller ein musikalisches Denkmal. Als Solisten agierten unter anderem Ines Kant (Piccoloflöte) in der „Drosselpolka“ von Adam Hudec und Evi Kettel (Tenorhorn) in „Abendstimmung“ von Pavel Stanek.

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Mit einer gewohnten Portion Humor schmetterte Gunnar Köppen im Song „Tequila“, ein Hit aus dem Jahr 1957 von Chuck Rio, den weltbekannten Zwischenruf „Tequila“ in den Saal, und stieß, bekleidet mit einem großen Sonnenhut, symbolisch mit dem Publikum an.

Überhaupt war das Programm wohltuend angereichert mit einem „Gute-Laune-Faktor“. Dazu gehörte auch der in der Pause vorgetragene Sketch der CCW-Mitglieder Burgi Koch und Dr. Axel Lorenz, die auf einer Parkbank über die Probleme eines älteren Ehepaares sinnierten.

Nach der Pause ging es dann weiter mit dem Marsch „Jubelklänge“ von Ernst Übel. Dann gab es für das Traditionskonzert eine Premiere, als die Gäste aufgefordert wurden, zu den Titeln „Tulpen aus Amsterdam“, „Rosamunde“ und „Schützenliesel“ zu tanzen. Freilich wurde davon kräftig Gebrauch gemacht. Wieder einmal bewies das Blasorchester damit ein sicheres Händchen für das, was beim Publikum ankommt.

Als Klassiker des Herbstfestes erklang danach der Gassenhauer „Berliner Luft“. Mit den „Alten Kameraden“ von Carl Telke als Zugabe klang das Herbstfest - wiederum ganz im Zeichen einer über Jahre gewachsenen Tradition - aus.