Parchen l „Hallo Willy“, winkten die Kinder gestern ihrem Patenkalb schon von weitem zu, kaum das sie den Kremser, mit dem sie angereist waren, verlassen hatten. Mit Spannung erarteten die kleinen Besucher den ersten Kontakt mit dem neugeborenen Bullen. Ganz zaghaft näherten sie sich dem Gatter mit dem Kalb, das am 30. November das Licht erblickt hatte. „Die Kinder haben selbst über den Namen abgestimmt“, erzählt Kita-Leiterin Petra Schmoz. Bruno und Willy hatten zur Auswahl gestanden. Am Ende machte der Name Willy das Rennen und der passte auch zum Namen der Mutter, die Lilli getauft wurde. „Das war vor zweieinhalb Jahren unser erstes Patenkalb.“

Lilli ist mittlerweile stattliche Kuh

Mittlerweile ist Lilli eine stattliche Kuh, die den Kindern um einiges über den Kopf gewachsen ist. Vor dem Gatter bestaunten die Kinder den Umgang der Kuh mit ihrem Jüngsten. „Die beschützt ihr Kind, genau wie euch eure Mutter beschützt“, erklärte der Vorsitzende der Argrargenossenschaft Hohenseeden/Parchen, Gerhard Flügge, den Kindern. Erst als Lilli zur Seite genommen wurde, konnten die Kinder ihr Kälbchen auch persönlich begrüßen.

 Dabei hatten die Kinder keine Berührungsängste und zeigten stolz die selbstgebastelte Taufurkunde. In einem kleinen Kasten hatten die Kinder ihrem Patenkalb einen kleinen Kasten mit Möhren, Äpfeln und einer Nuckelflasche als Geschenk mitgebracht. „Damit er ganz groß wird“, sagten die Kinder. Das geht schneller, als sich die Parkspatzen-Kinder vorstellen können. „In 20 Monaten ist Willy schon groß“, fügt Gerhard Flügge hinzu. Dann wird er nicht mehr auf dem landwirtschaftlichen Hof in Parchen bleiben. Bis dahin werden die Kinder in regelmäßigen Abständen vorbeischauen und sehen, wie aus dem Kälbchen ein stattlicher Bulle wird.

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Kinder besuchen den großen Kuh-Stall

Gerhard Flügge hatte die Patenschaft initiiert und die Kita-Kinder samt ihrer Erzieher eingeladen. „Wir haben in Hohenseeden eine ähnliche Aktion und haben damit gute Erfahrungen gemacht“, erläuterte der Genossenschaftsvorsitzende. „Die Kinder bekommen ein positives und vor allem richtiges Bild von Tieren und Natur.“ Gestern durften die Kinder auch den großen Stall mit den 285 Kühen besuchen. Besonders begeisterte die Kinder, dass sich die Kühe an den großen rotierenden Bürsten reinigten. „Wir haben die Anlage erweitert und die Kühe haben viel Platz und sind ganz friedlich“, erläuterte Flügge.

Einen kleinen Spaß erlaubte sich der Genossenschaftschef dann doch: „Dahinten steht eine rotweiße Kuh, die gibt Kakao.“ Das mochten ihm die Kita-Kinder nach dem Rundgang aber doch nicht abnehmen. Mit der Patenschaft wollen Kita und landwirtschaftlicher Betrieb ihre Zusammenarbeit vertiefen. Die Agrargenossenschaft bewirtschaftet 2000 Hektar Fläche und hält 1800 Rinder, davon 450 Milchkühe.