Mützel l Es ist nicht selbstverständlich, dass Kita-Kinder sich intensiv damit beschäftigen, warum derzeit so viele Menschen flüchten und welche Dinge sie für den Neuanfang in Deutschland benötigen. Umso mehr freut es DRK-Vorstand Andy Martius, dass die Mützeler Zwerge der Einrichtung Unter den Eichen sich gemeinsam mit Leiterin Silke Stellmacher und den anderen Erzieherinnen Gedanken über die Situation der Neuankömmlinge in Genthin machen und helfen möchten. Zum Beispiel liegt da das Buch „Huda bekommt ein Brüderchen“ auf dem Fensterbrett. Es erzählt die Geschichte über den Kinderalltag in einer syrischen Familie, die in Deutschland lebt.

Der kleine Bennett weiß genau, warum die Menschen ihr Zuhause verlassen: „Weil ihre Häuser kaputt gemacht werden.“ Symbolisch für die Zerstörungskraft stößt Kita-Kumpel Lennard gegen ein aus Bauklötzern aufgestelltes Haus, das anschließend in sich zusammenfällt. Doch nicht nur die Auseinandersetzung mit der Thematik, sondern auch der Wunsch, selbst zu helfen, reifte in den letzten Wochen. Kurzerhand wurde beim letzten Elternabend beschlossen, dass Kinder, Eltern und Erzieher gemeinsam Hygienebeutel spenden möchten.

20 Hygienepakete gehen auf die Reise

„Einige von euch haben sogar mehrere mitgebracht“, lobt Leiterin Stellmacher das Engagement der kleinen Spender. Da die Hilfsbereitschaft der Genthiner groß ist, waren in der Stadt kaum noch Einwegbeutel mit Zipverschluss zu bekommen. So brachte eine Mutti diese aus dem benachbarten Brandenburg mit. Insgesamt 20 Hygienepakete mit Zahnbürsten, Duschgel, Handtuch und Co. konnte Martius ins Auto verladen und versprach, sie sofort an die die Adressaten weiterzugeben. „Gerade in der hektischen Weihnachtszeit sind wir unseren Netzwerkpartnern und den Ehrenamtlern sehr dankbar, dass sie uns dennoch super unterstützen“, sagt der DRK-Regionalverbandschef, der zum Abschied ein Weihnachtsständchen bekommt.