Genthin l Die Vorbereitungen für die 850-Jahr-Feier können nun vorankommen. Der Stadtrat Genthin hat sich im vereinfachten schriftlichen verfahren auf einen Kompromiss geeinigt. Die Stadt Genthin wurde als Veranstalter der 850-Jahr-Feier im Jahr 2021 benannt, das Festkomitee für die inhaltliche Gestaltung der 850-Jahr-Feier legitimiert und Bürgermeister Matthias Günther (parteilos) beauftragt, die Veranstaltungsmanagerin der Stadt, Marina Conradi, für die Vorbereitung der 850-Jahr-Feier von anderen Aufgaben freizustellen und ausschließlich für die Planung, Vorbereitung und Durchführung im Auftrag der Stadt einzusetzen. Finanzmittel dafür sollen im Haushalt eingestellt werden.

Mehrheit stand lange nicht fest

Dass es eine Mehrheit für diesen von Stadtratsvorsitzendem Gerd Mangelsdorf (CDU) und Stadtverwaltung eingebrachten Vorschlag geben würde, stand lange nicht fest. Erste Umfragen unter den Fraktionen ergaben eher eine Mehrheit für die Ablehnung. Wie es zum Umdenken unter den Stadträten kam, ist ungewiss, Bürgermeister Matthias Günther betont, niemandem ins Gewissen geredet zu haben.

„Ich hatte nicht für den Kompromissvorschlag geworben, sondern vielmehr darauf gesetzt, dass sich die Stadträte, die einst dem überraschend vorgebrachten Antrag von Stadtrat Otto zustimmten, nun nochmal nachdenken und dass sie selbst zu der Erkenntnis kommen werden, dass es so mehr Sinn macht.“ Bleibe nur die Frage, mit wem sich der Antragsteller vorab im Tourismusverein abgestimmt habe. „Etwa mit niemandem?“, fragt Günther in Richtung des CDU-Stadtrates Alexander Otto.

Stadtratsbeschluss muss umgesetzt werden

Der hatte im März einem Beschluss der Stadt den Passus hinzugefügt, dass der Tourismusverein die 850-Jahr-Feier durchführen solle und damit einen Widerspruch des Bürgermeisters ausgelöst, was eine Blockade der weiteren Planung für das Jubiläumsfest zur Folge hatte. Jetzt kann Otto mit dem gefundenen Kompromiss leben, allerdings weist er darauf hin, dass er den Tourismusverein nach wie vor für die geeignetere Variante gehalten hätte. „Meiner Auffassung nach wäre die Tourismusverein-Variante am praktikabelsten gewesen. Ich halte viele Dinge an der beschlossenen Vorlage für unzureichend durchdacht. Zum einen können sie zum aktuellen Zeitpunkt keine Vollzeitkraft der Verwaltung von allen anderen Pflichten ab sofort entbinden, um die Feier zu organisieren, da niemand so richtig weiß, wann wie und in welchen Rahmen es in den nächsten Monaten weitergeht.“

Die Rekrutierung von Helfern, wäre über den Verein einfacher gegangen, auch wäre man bei Ausschreibungen von Dienstleistungen und der Bestellung von Technik mit dem Verein flexibler gewesen. „Der Stadtrat hat aber einen anderen Beschluss gefasst, und dieser muss, auch wenn ich nicht zugestimmt habe, nun umgesetzt werden. So funktioniert Realpolitik.“ CDU-Fraktionschef Klaus Voth zeigt sich mit der neuen Entscheidung eher zufrieden: „Es gibt nun Klarheit für die Stadt und die Ehrenamtlichen, die nun Bescheid wissen.“ Auch die Fraktion WG Genthin-Mützel-Parchen nimmt die Entscheidung hin. „Zum Glück leben wir in einer Demokratie, in der Mehrheiten entscheiden. Das ändert nichts an meiner Meinung, dass der Verein die wirtschaftlichste Variante ist. In der neuen Konstellation werden wir wohl nur noch eine abgespeckte Feiervariante erleben dürfen. Schade“, sagt Fraktionschef Falk Heidel.

Deutliche Zustimmung kommt aus dem Lager der Grünen und Linken. „Ich freue mich, dass der Kompromissvorschlag eine Mehrheit gefunden hat“, äußert sich Linken-Fraktionschefin Gabriele Herrmann. Wichtig sei nun, dass man an der Festvorbereitung weiterarbeite.

Für Lutz Nitz (Grüne/LWG Fiener) ist es gut, dass es nun weitergeht und dass das Festkomitee legitimiert ist. „Die dort Engagierten hatten immer unsere Unterstützung, mit dem Beschluss wird dies nun allgemein deutlich gemacht.“ Nitz macht darauf aufmerksam, dass in die künftige Entwicklung der Planungen der Stadtrat weiterhin einbezogen werden müsse. „Es stehen weitere Entscheidungen an, an denen wir als gewählte Vertreter beteiligt werden müssen.“ Damit ist die Stadtverwaltung bereits befasst. In den kommenden Monaten werden weitere Beschlüsse vorgelegt, die die Planungen spezifizieren.