Genthin l „Wir lassen uns durch die Corona-Krise nicht entmutigen und starten wie versprochen die Gestaltung der beiden Demokratiebusse für das Jerichower Land“, sagt Elke Förste, Genthiner Projektbetreuerin für das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ Hinter dem Demokratiebus verbirgt sich die Idee, über die Werbefläche von Linienbussen für Vielfalt, Demokratie und Toleranz zu werben.

Gestaltung mit spezielle Folien

Nicht nur am Fahrzeug, sondern auch im Innenbereich soll dieses Konzept umgesetzt werden. Die Möglichkeiten seien umfangreich. Doch bevor die Busse mit speziellen Folien gestaltet werden können, heißt es nun „Pimp your Bus“. Unter diesem Motto sind Jugendliche aus dem ganzen Landkreis und von allen Schulen aufgerufen, sich kreative Gestaltungsideen auszudenken.

„Die jungen Leute sollen überlegen, was für sie der Begriff der Demokratie bedeutet und wie der abstrakte Begriff anschaulich sichtbar gemacht werden kann“, erläutert Elke Förste. Möglich sei es, Bilder zu malen, Sprüche aufzuschreiben, Begriffe zu nennen oder zu erklären oder auch Logos und grafische Zeichen zu nutzen.

Auseinandersetzung mit Vielfalt

Bis Mitte Mai sollten die Vorschläge eingegangen sein. Durch die kreativen Ideen und die auffällige Gestaltung sollen zwei Busse entstehen, die zwar im normalen Linienverkehr im Landkreis unterwegs sind, aber dennoch auffallen. „Mit dieser Aktion möchten wir Passanten, Autofahrer und Mitreisende animieren, sich mit der Vielfalt von Demokratie auseinander zu setzen.“ In die Vorbereitung sind die Jugendforen in Burg und Genthin sowie das Jugendhaus „Thomas Morus“ und die Burger Rolandmühle involviert.

Adaptiert ist die Gestaltungsidee bei der Kirchenjugend im thüringischen Greiz. Dort ist ein Demokratiebus seit dem vergangenen Sommer unterwegs und hat für viel Aufmerksamkeit gesorgt. Dafür gab es den Thüringer Demokratiepreis. „Wir wollen ein Zeichen setzten für mehr Engagement und couragiertes Handeln, denn das Wort Demokratie ist schnell ausgesprochen, aber es braucht immer mehr junge Frauen und Männer, die in der Öffentlichkeit dafür Flagge, zeigen“, sagte der thüringische Bildungsminister Helmut Holter während der Preisverleihung.

Vorbild kommt aus Thüringen

Auch im Jerichower Land haben Jugendliche jetzt die Möglichkeit, Flagge für die Demokratie zu zeigen. In Greiz ist man gespannt, wie sich das Projekt entwickelt: „Es ist ein schönes Zeichen für die jugendlichen Teilnehmer aus ihrer Region, dass die kreative Umsetzung ein Vorbild für Andere ist“, sagt Svea Wunderlich von der externen Koordinierungsstelle in Greiz. Die genannten Demokratiebusse sind nicht die einzigen, die durchs Land fahren.

Eine etwas andere Ausrichtung hat der Demokratiebus in Mecklenburg-Vorpommern. Dort heißt es seit 2008 „Demokratie auf Achse“. Hier ist es nicht die Gestaltung, die zum Nachdenken anregen soll, sondern der Inhalt, der Bus wird dort als mobiles Angebot der Landeszentrale für politische Bildung genutzt. In Bayern kreuzte ein cremefarbener Doppeldeckerbus in den vergangenen Jahren durchs Land. Allen Angeboten gemein ist die Idee, über Geschichte und Demokratie nachzudenken und darüber ins Gespräch zu kommen.

Stichtag ist der 15. Mai

Jugendliche im Jerichower Land, die an der Gestaltung mitwirken möchten, haben die Möglichkeit ihre Vorschläge bis zum 15. Mai einzureichen. Das ist möglich bei Elke Förste in Genthin unter der E-Mail-Adresse Elke.Foerste@awo-sachsenanhalt.de oder bei Nour Muchtar in Burg unter Nour.Muchtar@awo-sachsenanhalt.de. Beide Mitarbeiterinnen betreuen das Projekt in der Durchführung. Die Busse sollen ab Juli bis zum Sommer 2021 im Regelbetrieb unterwegs sein.