Genthin l Not macht erfinderisch und, was das Thomas-Morus-Haus betrifft, auch kreativ. Das bewiesen Mitarbeiter und Jugendliche in dieser Woche mit der Online-Aktion „Pick up an Run“. Was sich dahinter verbirgt, ist schnell erklärt: Ein Lauf wird dazu genutzt, Müll einzusammeln. Das Potenzial einer solchen Aktion erklärt Jugendhausleiter Ronny Harzendorf. In Corona-Zeiten sei der Ausgleich zwischen Home-Schooling, Homeoffice und Bewegung an der frischen Luft wichtig. „Warum nicht einfach mit den Mülltüten unter dem Arm beim Laufen gleich die Umwelt vom Müll befreien?“, meint Harzendorf, der die Idee der Aktion eigentlich gar nicht so ungewöhnlich findet. In den vergangenen Wochen und Monaten habe es in Genthin bereits mehrere Aufräumaktionen gegeben, so dass „Pick up and Run“ als deren Fortsetzung betrachtet werden könne. Für den „Müll-Lauf“ gab es unter Einhaltung der Auflagen der Eindämmungsverordnung keine vorgegebene Startzeit, so dass sich mehrere Trüppchen individuell und unabhängig voneinander auf den Weg machten. Es seien mehrere Teams unterwegs gewesen. Genthin sei nicht so groß, dass man sich nicht begegnet wäre, meint Harzendorf, der wie seine Mitarbeiter die Sportschuhe angezogen hatte und ebenfalls auf Tour war. Die gefüllten Mülltüten wurden nach Abschluss des Laufes im Jugendhaus abgegeben und der Unrat dort von den Mitarbeitern vorschriftsgemäß getrennt.

Nach ihrem Einsatz hätten die Kids festgestellt, dass es in Genthin viele so genannte „Hot Spots“ gebe, die dringend regelmäßig gereinigt werden müssten.

Stopps lagen sehr eng beeinander

Wobei Laufen und dabei Müll einsammeln schwer miteinander vereinbar sei. Auch dies gehört zum Fazit der Premiere von „Pick up an Run“. Die Stopps lagen sehr eng beieinander, so dass das läuferische Vorankommen eher in den Hintergrund geriet, berichtet Ronny Harzendorf. Deshalb, das kündigte der Chef des Jugendhauses an, werden sich die Kinder und Jugendlichen beim nächsten Lauf die „Hot Spots“ gleich in kleineren Gruppen vornehmen. Das sei effektiver, weil teilweise auch mehrere Geräte benötigt werden als nur eine Mülltüte und Handschuhe.

Beteiligen wird sich das Jugendhaus auch über „Pick up an Run“ hinaus an der von der Arbeiterwohlfahrt (AWO) initiierten Müllsammel-Aktion „Plogging“, die kommenden Monat über das Jugendforum Genthin/Burg ansteht und über das Programm „Demokratie leben“ gefördert wird.