60 Tests in zwei Stunden

Auf Stippvisite beim mobilen Corona-Testcenter des Landkreises in Genthin

DRK-Notfallsanitäter Burghard Dorst entnimmt Dagmar Plotzki die Proben aus der Nase. Fotos (2): Susanne Christmann

Genthin (Susanne Christmann)

Dagmar Plotzki ist neugierig. „Ich will es wissen“, sagt sie der Volksstimme. Und schwarz auf weiß haben, dass sie das Coronavirus nicht in sich trägt. Die 58-Jährige begibt sich aber auch deswegen auf den Genthiner Marktplatz zum mobilen Corona-Testcenter des Landkreises, weil sie sich um ihre hochbetagte Tante kümmert. Die sei zum Glück schon geimpft. Ein negativer Test würde bei Dagmar Plotzki für ein noch größeres Sicherheitsgefühl im Umgang mit der alten Dame sorgen.

Rot-weiße Leitkegel markieren auf dem Marktplatz, wo sich die Testwilligen zur Registrierung mit genügend Abstand anstellen sollen. Dort bleibt aber keiner lange stehen. Steffen Hage von der beauftragten Sicherheitsfirma ruft schnell an die beiden Stehtische, an denen die Registrierungsformulare ausgefüllt werden. Er nimmt auch die Krankenversicherungskarte in Empfang. Die ist notwendig, weil die Abrechnung der Tests über einen Vertrag mit der Kassenärztlichen Vereinigung läuft.

Unangenehmes Kitzeln in der Nase

Nach der Registrierung wird Dagmar Plotzki von DRK-Notfallsanitäter Burghard Dorst zum Test gerufen. Dorst steckt in einem weißen Schutzanzug, trägt FFP-2-Maske und darüber noch ein Visier. Er kündigt an, was er gleich macht: „Ich werde Ihnen das Teststäbchen jeweils fünfmal in jedem Nasenloch herumdrehen.“ Dagmar Plotzki zieht die Maske von der Nase und lässt mit leicht nach hinten gebeugtem Kopf und geschlossenen Augen die Prozedur, die sie als unangenehmes Kitzeln empfindet, über sich ergehen.

Dann heißt es, etwa 15 Minuten warten. Danach ruft Burghard Dorst ihren Namen auf. Mit einem „Schönen Tag noch!“ übergibt er ihr das einmal gefaltete Papier mit dem Testergebnis. Negativ. Dagmar Plotzki darf sich sicherer fühlen und kann sich weiter um ihre Tante kümmern. Die soll am 3. Mai ihre Zweitimpfung bekommen. Dann ist getan, was getan werden kann. Dagmar Plotzki wird trotzdem weiter Maske tragen und Abstand halten, wo sie kann.

Zuspruch in Genthin ist da

Bis 11 Uhr an diesem Testtag haben die beiden DRK-Notfallsanitäter Dorst und Norman Rothe gut 60 solcher Papiere mit einem durchweg negativen Ergebnis-Bescheid ausreichen können. Der Zuspruch ist also da. Vereinzelt, so berichtet es Burghard Dorst der Volksstimme, haben die beiden aber in der ersten Testwoche - das Mobil macht auch in Burg, Gommern, Biederitz, Möser, Möckern, Elbe-Parey und Jerichow Station - positive Test-Ergebnisse dabei gehabt. In einem solchen Fall werde noch ein zweiter Test hinterher geschoben und wenn dieser auch positiv sei, steht ein PCR-Test und die Information ans Gesundheitsamt an.

Das mobile Testcenter, für dessen Betreibung der Landkreis Jerichower Land einen Vertrag mit dem DRK-Regionalverband Magdeburg-Jerichower Land e. V. abgeschlossen hat, hat seine Vorteile. Für die Testwilligen ist es kostenfrei, sie können spontan vorbeikommen, medizinisches Personal steht für die fachgerechte Testdurchführung, die Testproben können an der frischen Luft abgenommen werden und draußen ist auch genügend Platz, um die nötigen Abstände wahren zu können. Und wenn jemand wie in Genthin mit einer Stoffmaske über Nase und Mund erscheint, dann wird er nicht nur darauf hingewiesen, dass diese fürs Testcenter nicht erlaubt ist. Dann bekommt er auch eine „richtige“ ausgehändigt. Ob eine medizinische OP- oder eine FFP2-Maske - das darf er sich dann noch aussuchen.

Firmen können Mobil künftig buchen

Das mobile Corona-Test-Center macht in Genthin wieder Station am Montag, dem 26. April, von 9 bis 12.30 Uhr und am Donnerstag, dem 29. April, von 13 bis 17 Uhr auf dem Marktplatz. Testen lassen kann man sich in Genthin auch noch in der Einhorn-Apotheke in der Karower Straße. Geplant sei, so der Leiter der Corona-Arbeitsgruppe des Landkreises, Thomas Barz, dass künftig auch Unternehmen das Testmobil buchen könnten. Denkbar sei zudem auch ein Einsatz bei Veranstaltungen, wenn die Corona-Lage zulasse, dass diese durchgeführt werden könnten.

PS: Auch die Autorin dieser Zeilen hat sich an diesem Tag testen lassen. Ergebnis: negativ. Fazit: Solange es diese Test-Möglichkeit gibt, werde ich sie wohl noch öfter nutzen. Weil es schnell geht, unkompliziert in der Abwicklung ist, das medizinische Fachpersonal dafür Sorge trägt, dass der Test auch fachgerecht ausgeführt wird und am Ende eine seriöse Bescheinigung darüber steht, dass man negativ getestet worden ist.