Mobile Covid-Impfung

Aus Genthiner Tank- wird Impfstelle

Schlange stehen für den Piks: Das mobile Impfangebot an der Genthiner Tankstelle überzeugte. Unter den Impfwilligen waren auch Schüler. Das umfunktionierte Wohnmobil hatte die Vakzine von Biontech/Pfizer und Johnson and Johnson an Bord.

Von Natalie Preißler 06.08.2021, 11:19
Schüler Dominik Krechsky (15) aus Brettin ließ sich vom mobilen Impf-Team mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer impfen.
Schüler Dominik Krechsky (15) aus Brettin ließ sich vom mobilen Impf-Team mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer impfen. Natalie Preißler

Genthin - Wenn die Tank- zur Impfstelle wird, lassen sich die Genthiner nicht lang bitten. Bereits vor Ankunft des Impf-Wohnmobils aus Burg, hatte sich ein gutes Dutzend an Menschen eingefunden, den gelben Impfpass in der Hand.

Auch Mutter Ivonne und Sohn Dominik Krechsky aus Brettin nutzten das spontane Impfangebot. Beide erkrankten im ersten Quartal des Jahres an Corona. Dominik (15) wurde gar zweimal positiv getestet, bei ihm brach die Krankheit aber nicht aus.

Beide suchten daher gezielt nach einem spontanen Impfangebot in Genthin, auch weil sie nicht nach Burg ins Impfzentrum fahren wollten, und wurden an der Tankstelle an der Geschwister-Scholl-Straße fündig.

Nebenwirkungen der Covid-Impfung für 12- bis 17-Jährige unklar

„Ich finde es gut, dass die jungen Menschen jetzt auch die Möglichkeit haben, sich impfen zu lassen“, sagt Ivonne Krechsky. Sohn Dominik freut sich drauf, sich wieder freier bewegen zu können. „Für mich ist es ok, ich habe auch keine Angst vor Nebenwirkungen“, so der Schüler der Sekundarschule Brettin.

Das mobile Impf-Team machte am Donnerstag für sechs Stunden Halt an einer Genthiner Tankstelle.
Das mobile Impf-Team machte am Donnerstag für sechs Stunden Halt an einer Genthiner Tankstelle.
Natalie Preißler

Das Impfmobil rollte pünktlich um 12 Uhr an. An Bord drei Mann. Unter ihnen Arzt Nils Hogrefe, der auch den jungen Brettiner heute mit Biontech impfen wird. Im Vorgespräch weist der Mediziner Mutter und Sohn noch einmal darauf hin, dass die Studienlage noch nicht ausreichend ist, um konkrete Aussagen zu möglichen Nebenwirkungen in der Altersgruppe der zwölf bis 17-Jährigen treffen zu können. Dennoch ist Dominik entschlossen, Mama Ivonne gibt mit der Unterschrift ihr Ok.

Unter den Impfwilligen sind am Donnerstagmittag alle Altersklassen. Viele schauen neugierig von nebenan gelegenen Einkaufsmarkt herüber, einige stellen sich in die wachsende Schlange an. Auffällig sind viele junge Erwachsene in Gruppen, vielleicht Mitte bis Ende 20.

60 Dosen Biontech/Pfizer an Bord

Dominik ist durch und nimmt seinen nun um einen Stempel mehr gefüllten gelben Impfausweis an sich. Die zuvor aufkommende Nervosität hatte sich während des notwendigen bürokratischen Vorlaufes mit Anamnese- und Aufklärungsbogen gelegt. Und auch, wenn Mutter Ivonne Spritzen nicht mag, auch sie steht nach ein paar Minuten erleichtert vom Beifahrersitz des Wohnmobils auf und ist froh, jetzt geschützt zu sein. Sie hatte sich für das Vakzin von Johnson and Johnson entschieden, obwohl dieser eher für ab 60-Jährige empfohlen wird.

Weitere mobile Impftermine in Genthin geplant

Für alle, die das mobile Angebot aus dem Impfzentrum Burg am Donnerstag nicht nutzen konnten, bietet sich am Montag, 9. August, am Kaufland Genthin oder am Donnerstag, 12. August, jeweils zwischen 14 und 19 Uhr erneut die Gelegenheit, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen. Bei unter 18-Jährigen kommt dabei nur die Immunisierung mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer in Frage. Welches Vakzin bei den Erwachsenen zum Einsatz kommt, wird mithilfe eines Vorgespräches festgelegt.

Schüler Dominik Krechsky (15) aus Brettin ließ sich vom mobilen Impf-Team mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer impfen.
Schüler Dominik Krechsky (15) aus Brettin ließ sich vom mobilen Impf-Team mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer impfen.
Natalie Preißler

Insgesamt 110 Impfdosen, 60 von Biontech und 50 von Johnson und Johnson hatte die Burger Impf-Crew am Donnerstag an Bord. Gut eine halbe Stunde hatte Familie Krechsky aus Brettin investiert, um sich für den Herbst gegen einen schweren Verlauf der Erkrankung zu wappnen. Für Dominik geht es zum Mittagessen, seine Mutter haut sich wieder aufs Ohr, hatte sie doch fürs Impfen den erholsamen Schlaf für die bevorstehende Nachtschicht unterbrochen.