Genthin l Es herrscht Aufregung bei der Stellprobe für die scheidenden Schüler der Krankenpflegeschule des Johanniter-Krankenhauses Genthin-Stendal, bevor sie gemeinsam den Weg zur Altenplathower Kirche antreten. Für die Absolventen der Schule ist es gute Tradition, dass hier der Gottesdienst zur Verabschiedung gefeiert wird, bei dem die Zeugnisse nach einer erfolgreichen dreijährigen Ausbildung überreicht werden.

Paula Schimmel aus Stendal und Anne Schulze aus Osterburg sind zwei der insgesamt 19 examinierten Gesundheits- und Krankenpfleger, die am Mittwoch in das Berufsleben entlassen werden. Beide können sich über einen guten Abschluss freuen. Ihre strahlenden Gesichter lassen nichts vom Prüfungsstress erkennen, der erst Anfang der Woche mit der letzten mündlichen Prüfung von ihnen abgefallen ist.

Schöne Ausbildungszeit

Sie gehören zu den 14 Absolventen, die vom Stendaler Krankenhaus übernommen werden und dort in verschiedenen Stationen eingesetzt werden. Die Zeit in der Genthiner Krankenpflegeschule wollen die Beiden nicht missen. Der familiäre Charakter der kleinen Schule hätte gute Voraussetzungen für eine intensivere Ausbildung, aber auch für das Zusammenwachsen des ganzen Kurs-Teams geschaffen, sind sie einig. Sie hätten eine gute Wahl mit der Bewerbung an dieser Krankenpflegeschule getroffen, in dieser Gewissheit verlassen sie die Krankenpflegeschule.

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Dina Maurer, die zum dritten Mal in ihrer beruflichen Laufbahn einen Kurs zum Abschluss führt, überlegt nicht lange bei der Frage, was ihr bei diesem Jahrgang in Erinnerung bleiben wird. „Es war mit Abstand mein kreativster Kurs“, freute sie sich.

Intensiv mit Religion befassen

In der Interreligiösen Woche des Reformationsjubiläums brachten die nun scheidenden Krankenpflegeschüler in Kooperation mit dem Theater der Altmark das Stück „Theas Reise“ in Wittenberg und später auch im TdA auf die Bühne. Als Schüler des ersten Ausbildungsjahres hatten sie sich in einem mehrwöchigen Projekt intensiv mit den großen Religionen beschäftigt und erarbeiteten gemeinsam dieses Theaterstück, das später mit dem Kulturförderpreis der Hansestadt Stendal und mit einem Sonderpreis der Johanniterstiftung geehrt wurde.

Der Kurs, der vor drei Jahren mit 33 jungen Leuten in die Ausbildung startete, sei mit einer Altersspanne von 16 bis 48 Jahren sehr breit aufgestellt gewesen, macht Dina Maurer als ein weiteres besonderes Merkmal des Teams aus. „Ich bin mir sicher, dass diese Gruppe während ihrer Zeit an der Krankenpflegeschule an sich gewachsen ist und sich weiterentwickelt hat. Sicherlich, meint Dina Maurer, seien die Kontakte und Freundschaften untereinander im Kurs sehr unterschiedlich ausgeprägt gewesen, doch wenn es um Projekte und Kreativität ging, hätten die Schüler einfach toll zusammengearbeitet.

Arbeitsvertrag in der Tasche

18 der 19 examinierten Gesundheits- und Krankenpfleger, die am Donnerstag ihr Zeugnis erhielten, verlassen die Krankenpflegeschule mit einem Arbeitsvertrag in der Tasche, eine Absolventin nimmt ein Studium auf. Es sei ein großer Vorteil für die jungen Berufsanfänger, dass sie in Sachen Digitalisierung für die berufliche Praxis fit sind, unterstrich die Kursleiterin.

In der nächsten Woche wird ein neuer Kurs an der Krankenpflegeschule in die Ausbildung starten. Für insgesamt 25 Ausbildungsplätze bewarben sich 100 Interessenten.

Schule sehr gefragt

„Unsere Schule steht nach wie vor für eine Ausbildung hoch im Kurs“, sagte Schulleiter Detlef Frobel am Rande des Festgottesdienstes.