Genthin l Der Wochenbeginn war für die Feurwehrleute aus Genthin und den angrenzenden Ortschaften alles andere als ruhig. Bereist am Montagmorgen gegen 7.13 Uhr wurden die Kräfte das erste Mal gerufen. Grund war ein Waldbrand zwischen Altenplathow und Nielebock. Dort waren zehn Kameraden mehr als eine Stunde damit beschäftigt, die Flammen auf rund 20 Quadratmetern unter Kontrolle zu bringen.

Besonders betroffen ist Nielebock

Am Nachmittag gegen 15 Uhr stand der nächste Einsatz an. Erneut brannte ein Waldstück in Altenplathow Richtung Nielebock“. Eine weit in den Himmel aufsteigende Rauchsäule ließ die Größe des Feuers erahnen. Rund 2000 Quadratmeter Wald standen in Flammen. Einsatzleiter Christian Hering ließ weitere Wehren alarmieren.

Aus der Stadt Genthin waren die Feuerwehren Altenplathow, Genthin, Mützel und Parchen im Einsatz. Unterstützt wurden sie von den Wehren aus Brettin, Nielebock, Roßdorf und Scharteucke aus der Stadt Jerichow. Mehr als 50 Einsatzkräfte waren am Monatgnachmittag rund zweieinhalb Stunden im Einsatz. Erschwerend kam hinzu, dass während dieser Löscharbeiten ein weiterer Brand in der Friedenstraße gemeldet wurde. Dort standen rund 500 Quadratmeter Ödland in Flammen. Feuerwehrleute aus Genthin und Mützel konnten das Feuer nach kurzer Zeit unter Kontrolle bringen.

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Glutnester flammen auf

Der Waldbrand vor Nielebock war allerdings mit den Löscharbeiten nicht ausgestanden. Glutnester flammten wieder auf und sorgten dafür, dass am Dienstag gegen 7 Uhr neun Feuerwehrleute zu Nachlöscharbeiten ausrücken mussten. Auch der Nachmittag verlief turbulent. Gegen 13.30 Uhr gab es die Meldung über einen Flächenbrand durch Erntearbeiten auf einem Feld zwischen Wiechenberg und Parchen. Der Einsatz konnte aber schnell beendet werden, da die Landwirte das Feuer selbst gelöscht hatten.

Kurz nach 16 Uhr der nächste Alarm, am Bahnhof in Genthin sollte eine Person im Fahrstuhl eingeschlossen sein. Daraufhin rückten elf Kräfte. Vor Ort konnte von den Feuerwehrleuten keine eingeschlossene Person angetroffen werden, alle Fahrstühle funktionierten normal. Nur eine Stunde später lösten die Meldeempfänger erneut Alarm aus. Auf der Brettiner Chaussee Ecke Jerichower Straße wurde ein PKW Brand gemeldet. Hier wurden neun Kameraden mit drei Fahrzeugen für knapp 30 Minuten tätig.

Mittlerweile hat die Polizei in Bezug auf die Feuer in Nielebock die Ermittlungen aufgenommen. „Wir ermitteln aufgrund des Anfangsverdachtes der Brandstiftung“, bestätigt Polizeisprecherin Cordula Gobel.

Besondere Vorsicht im Wald

Spaziergänger und Waldbesucher müssen im Moment besondere Vorsicht walten lassen Der Landkreis hat die höchste Waldbrandgefahrenstufe 5 ausgerufen. „In meiner über 30-jährigen Berufspraxis habe ich noch nie so eine langanhaltende Trockenheit erlebt“, sagt Peter Sültmann, Kreiswaldbrandschutzbeauftragter und Leiter des Betreuungsforstamtes Elb-Havel-Winkel. „Die zahlreichen Waldbrände, insbesondere im Raum Genthin und Altenplathow, aber auch die Brände bei Mäharbeiten der Landwirtschaft geben Anlass, nochmals eindringlich darauf hinzuweisen, dass das Befahren von Waldwegen grundsätzlich verboten ist.“

Daneben gelten weitere Regeln: Spaziergängern ist es zudem verboten die Waldwege zu verlassen. Die Wegeeinfahrten in den Wald dürfen nicht zugeparkt werden. Fahrzeuge dürfen nicht auf Flächen mit vertrocknetem Bewuchs abgestellt werden. Grundsätzlich ist es verboten, in der freien Landschaft einschließlich angrenzender Straßen brennende oder glimmende Gegenstände wegzuwerfen.

Keine Zigaretten in den Wald werfen

„Dazu zählt auch, dass keine Zigarettenkippen oder -asche aus dem Auto geworfen werden“, weist Sültmann eindringlich auf besondere Verhaltensregeln hin. „Außerdem ist das Anlegen von Feuerstellen oder das Grillen in der freien Landschaft beziehungsweise im Wald verboten.“ Sültmann weist die landwirte darauf hin, dass Sie bei der sehr hohen Waldbrandgefahr nach Anschnitt eines Getreidefeldes einen mindestens fünf Meter breiten Brandschutzstreifen zu angrenzenden Wäldern mit dem Pflug anlegen müssen. "Auch das Mitführen eines Wasserwagens sollte selbstverständlich sein."

Die Feuerwehrleute arbeiten dieser Tage am Rand der Erschöpfung. „Sind sonst ausgelöste Brandmeldeanlagen, Ölspuren oder die Türöffnung für den Rettungsdienst die Einsatzschwerpunkte der Feuerwehr, sind es zur Zeit Feld-, Wald- und Flächenbrände, die alle Ortsfeuerwehren der Stadt Genthin und Nachbargemeinden stark fordern“, bestätigt Michael Voth von der Genthiner Feuerwehr . Auch er sieht die extreme Trockenheit als Ursache.

Pflanzen auf Feldern ausgetrocknet

„Wir hatten seit dem 7. Mai knapp 8,8 Millimeter Niederschlag in Genthin, zum Vergleich, im letzten Jahr hatten wir im gleichen Zeitraum knapp 150 Millimeter Niederschlag.“ Die Pflanzen auf den Feldern seien derart ausgetrocknet, dass ein Funke oder ein heiß gelaufenes Lager einer Erntemaschine ausreiche, um ein Feuer zu entfachen.

Unisono mit dem Kreiswaldschutzbeauftragten Peter Sültmann meint er: „Bei Entdecken eines Feuers ist unbedingt die 112 anzurufen.“