Elbe-Havel-Kanal

Brücke am Genthiner Treidelweg bleibt gesperrt

Von Mike Fleske
Die Brücke am Treidelweg in Genthin ist seit vier Jahren gesperrt. Simone Pötschke

Genthin

Sie ist ein echter Evergreen im Genthiner Themenkatalog. Zuletzt beschäftigten sich die Genthiner Stadtsenioren mit der nach wie vor gesperrten Brücke am Treidelweg. Spaziergänger, Freizeitsportler, Radler und Ausflügler warten darauf, dass mit einem Neubau des Weges oder einer Sanierung der Brücke, die Strecke wieder durchgängig begehbar wird.

„Man hat eine wunderbare Strecke am Elbe-Havel-Kanal, die aber nicht durchgängig nutzbar ist“, sagt der Vorsitzende des Gremiums Heinz Köppe.

Sanierung nicht mehr möglich

Der Genthiner Bürgermeister Matthias Günther (parteilos) reagierte auf Fragen des Gremiums in dessen jüngster Sitzung. Da die Widerlager der Brücke unterspült seien und eine Sanierung daher nach Begutachtung eines Fachmannes nicht mehr möglich wäre, musste die Brücke vor vier Jahren gesperrt werden. Der Gutachter empfahl sogar, die Brücke ganz abzureißen.

Nach einer Überprüfung kommt die Stadt zu der Überzeugung: „Aufgrund der erheblichen Kosten und aktuell nicht kalkulierbaren verdeckten Schäden, kann die Sanierung wirtschaftlich nicht empfohlen werden“, hieß es bereits vor einigen Jahren in einer Beschlussvorlage der Stadt.

Eine konkrete Planung für einen Ersatzneubau gibt es derzeit nicht. „Diese Maßnahme war in der Liste der Investitionen, kam aber 2021 nicht zum Zuge“, erklärte Günther. Man habe höherwertige Investitionen wie etwa den Kitaneubau in Tucheim für wichtiger erachtet. Allerdings versprach der Bürgermeister, dass diese Investition immer wieder vorgestellt werde und sich der städtische Bauausschuss mit der Treidelbrücke beschäftigen werde.

Kanaleinstich kann nicht einfach zugeschüttet werden

Ob sich möglicherweise auch andere Optionen für einen Neubau ergeben könnten, ließ Günther offen. Knackpunkt bei allen Planungen ist, dass laut einer ersten Schätzung rund 140.000 Euro für den Neubau fällig würden, Geld, das die Stadt weder hat noch einfach so irgendwo auftreiben könnte, handelt es sich bei der Maßnahme doch um eine freiwillige Aufgabe. Erforderlich wäre, dass der gesamte Brückenüberbau mitsamt der Treppen entfernt wird, um diesen zu sanieren. Fundamente und Widerlager müssten mit entsprechenden Schutzmaßnahmen erneuert werden. 

Verschiedene Möglichkeiten über Förderungen, Geld für den Neubau zu generieren, scheiterten. Wenn überhaupt sieht Bauamtsleiterin Dagmar Turian gegenwärtig nur Chancen, über eine touristische Förderung den Brückenneubau umsetzen zu können. Ein schlichtes Zuschütten des Kanaleinstichs ist ebenfalls nicht möglich, da sich dieser Bereich in der Verantwortung der Wasserstraßenbehörde befindet und ein privates Grundstück anschließt. Damit besteht diese Option für die Stadt nicht.