Genthin l Schnelle Striche oder vorauschauende Planung. Jeder der rund 20 Viertklässler hatte ganz andere Vorstellungen, wie man zu einem hübschen Comicbild kommen kann. In die welt des Zeichnens führte sie die Berliner Illustratorin Charlotte Hofmann.

Nachdem alle ihren Platz in dem leicht abgedunkelten Versammlungsraum gefunden hatten, begann sie den bereits gespannten Schülern die ersten Grundlagen zu erklären: „Die Fantasie ist beim Comic-Zeichnen das allerwichtigste, denn ohne diese werden eure Geschichten langweilig und öde“, schickte sie voraus. Damit die Kinder ihre Aktivitäten auf dem Papier mitverfolgen konnten, hatte sie ihre Dokumentenkamera mitgenommen. Diese machte es möglich ein Abbild ihres Arbeitsplatzes direkt auf eine aufgestellte Leinwand zu projizieren.

In einfachen Formen

Unter einigen Lachern der Kinder zeichnete die Illustratorin zunächst ein Abbild von sich in sehr einfachen Formen auf das Papier. Dazu verwendete sie erdnussähnliche Gebilde und mehrere wellenförmige Linien. „Man sieht also, dass man schon mit ganz einfachen Formen eine eigene Comicfigur erschaffen kann“, sagte sie mit einem Schmunzeln. Auch Sprechblasen seien wichtig. „Diese Blasen können euren Comichelden realistische Emotionen verleihen. „Dabei gebe es verschiedene Formen, die Emotionen ausdrücken können. Eine Wolke stellt Gedanken dar, zackige abgehackte Formen entsetzte Ausrufe oder Schreie.

Bilder

Nicht zu detailreich

Ein weiterer Aspekt sei, das Darstellen von Bewgungen von Figuren. „Ein Mensch kann viele unterschiedliche Positionen wie Hocken oder Sitzen einnehmen.“ Am meisten bereitete das Darstellen der Hände den Schülern Probleme. Allerdings beruhigte Christiane Hoffmann sie: „Ihr braucht euch keine Sorgen zu machen, sogar ich habe manchmal Probleme dabei.“ Wichtig sei ihrer Meinung nach die Körperteile nicht zu detailreich zu zeichnen. „Der Comic lebt von der Einfachheit, verfallt also nicht gleich in Zorn wenn ihr etwas nicht hinkriegt, sondern versucht das entsprechende Körperteil einfach leichter zu zeichnen, zum Beispiel als Wurstfinger oder Blumenhände.“

Nachdem Charlotte Hofmann den Schülern die Einzelheiten des Zeichnens erklärt hatte, durften sich die Kinder eine eigene Figur aussuchen. „Comic-Helden müssen nicht unbedingt Menschen sein. Man kann genauso gut Tiere oder sogar alltägliche Gegenstände nutzen“, rief Hofmann ins Gedächtnis. Unter Beherzigung dieses Rates, zählten die Schüler Gegenstände auf, die in ihrer Geschichte vorkommen sollten. Einige davon waren etwa eine Chipsdose oder sogar ein Ketchup Klecks.

Viele neue Ideen

Nach einer kurzen Abstimmung entschieden sich die Kinder für einen Marshmellow, für den Charlotte Hofmann sich eine Geschichte überlegte. Die Schüler gaben dabei eifrig Hinweise, wie die Geschichte im weiteren Verlauf aussehen könnte. Immer wieder kamen dabei neue Ideen, sodass Christiane Hoffmann Schwierigkeiten hatte alles zu berücksichtigen. „Ich konnte mich kaum entscheiden, weil mir so viele gute Tipps gegeben wurden.“

Zum Schluss hatten die Kinder noch die Möglichkeit, die Geschichte weiterzuführen, und ihre eigenen Ideen zu verwirklichen. „das ist gar nicht so einfach, so habe ich noch nie gezeichnet“, meinte etwa ein Junge. Aber am Ende brachten die meisten doch ein paar schöne Figuren auf das Papier. „Die Kinder haben sehr schön mitgemacht und hatten viele eigene Ideen“, schwärmt Hofmann nach der ganz besonderen Unterrichtsstunde.

Mehrfach angeboten

Bibliotheksmitarbeiterin Cornelia Draeger fand: „Dieser Kurs bietet den Kindern die Möglichkeit ihren Erfahrungshorizont hinsichtlich des Zeichnenlernens zu erweitern.“ Bereits mehrfach hat die Bibliothek gemeinsam mit Charlotte Hofmann den Kurs angeboten.