Genthin l Die Corona-Fallzahlen steigen. Das Jerichower Land liegt über der kritischen Vorwarnmarke von 35 Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern. Grund für die Verwaltungen, bereits genehmigte Veranstaltungen erneut zu überprüfen. Im Falle der beiden in einem Festzelt geplanten Veranstaltungen im Gewerbegebiet „Nikolaus-Otto-Straße“ wurde nun die Genehmigung seitens der Stadt zurückgezogen. „Mit Blick auf die erhöhten Infektionszahlen sind wir mit dem Landkreis in einer Abstimmung und überprüfen die Durchführbarkeit von Veranstaltungen“, erklärt Bürgermeister Matthias Günther.

„Die beiden Aktionen am Freitag und Sonnabend können wir derzeit nicht erlauben.“ Dies habe die Stadtverwaltung dem Veranstalter in einem Gespräch am Mittwochvormittag mitgeteilt. „Ausdrücklich wurde dessen Engagement gelobt, in der Stadt etwas machen zu wollen, aber genauso deutlich haben wir auf die Gründe für die Absage hingewiesen.“

Mehr Infektionen vermeiden

So sei das Anliegen der Stadt, dass der Betrieb von Unternehmen, Kitas und Schulen aufrechterhalten werde und das Infektionsgeschehen eingedämmt werden solle. Eine Disco-Party stünde diesem Ansinnen entgegen.

Veranstalter Robin Finzelberg vom Team Rob In - Technik & Events hatte bereits am Tag zuvor von einer möglichen Untersagung der Veranstaltung erfahren, auch dass der Landkreis den Kommunen eine Überprüfung von Aktion nahegelegt habe.

Gespräch wäre gut gewesen

„Ich bin etwas enttäuscht, dass man uns im Voraus nicht zu einem Gespräch eingeladen hat, wir haben bereits viele alternative Konzepte erarbeitet, mit welchen unter anderem auch andere Veranstaltungen noch stattfinden dürfen“, zeigte er sich geknickt. Allerdings zeigte er sich auch sehr schockiert von der deutlich erhöhten Zahl der Infektionen und hatte mit seinem Team reagiert: „Wir haben bereits im Vorfeld die Teilnehmerzahl des Events freiwillig von 999 auf 500 Personen herabgesetzt bei erhöhtem Sicherheits- und Hygienepersonal.“ Doch das war in der jetzigen Situation nicht mehr ausreichend. In den vergangenen Tagen machten zudem E-Mails einer Gruppe, die sich „Unser Sachsen-Anhalt“ nennt, die Runde.

In der wurden die Behörden aufgefordert, die Veranstaltungen dringend zu untersagen, da bei eventuellem Alkohol- oder Drogenkonsum der Besucher die Sicherheitsabstände und Hygienemaßnamen nicht mehr eingehalten würden und weitere Infektionen zu befürchten seien. Zu erkennen gaben sich die Autoren nicht. „Wir sind einfach nur besorgte Bürger“, die sich an alle Ämter gewandt hätten, „mit der Hoffnung, dass sie unseren Hinweis ernst nehmen und einen neuen Hotspot vermeiden“, hieß es auf Volksstimme-Nachfrage.

Konzertabend Güsen findet statt

Die Stadt Genthin bekomme bei größeren Veranstaltungen immer zahlreich Hinweise, etwa zu Lärm und Besucherverhalten. „Wir nehmen diese Eingaben ernst und berücksichtigen sie in unseren Überlegungen.“ Ursächlich für die jetzige Absage sei aber die Überprüfung durch die Verwaltungen in der Stadt und im Landkreis gewesen.

Anders als in Genthin wird es den Konzertabend in Güsen am Sonnabend geben. „Wir haben eine Fläche von 5000 Quadratmetern und sind unter freiem Himmel“, erklärt Martin Müller,Vorsitzender des veranstaltenden Verein „Wir sind Güsen“, den Unterschied zur Genthiner Aktion. Eintrittskarten gäbe es bis Freitagabend auch nur im Vorverkauf. „Dadurch vermeiden wir Besucherstaus am Einlass.“

Wie weiter mit Tickets?

Wie Besucher der Genthiner Veranstaltungen mit ihren bereits gekauften Tickets umgehen können, wird in den kommenden Tagen mitgeteilt.