Altenklitsche l Abenteuerlich der Weg des 83-Jährigen aus Serhijiwka im Südwesten der Ukraine bis in den Jerichower Ortsteil Altenklitsche. Und die drei Kinder Andreas, Traudel und Rita haben in der Kindheit den Erzählungen ihres Vaters gelauscht: Edmund Horns Vater verdiente sein Brot mit dem Schmiedehandwerk. Doch er wurde Opfer von Vertreibung und machte sich mit der Familie, darunter der kleine Edmund, mitten im Zweiten Weltkrieg auf die Reise. Die erste Station war bei einem deutschen Gutsbesitzer in Posen. „Von einem Tag zum anderen musste er zur Wehrmacht“, berichtet er. Die Familie hatte Glück. In Berlin fand man sich wieder zusammen, und ein Freund brachte sie nach Altenklitsche. Hier wurde ein neuer Anfang gemacht. Edmund Horn besuchte die Schule, und er traf das erste Mal auf seine Frau.

Viel Arbeit

Als Kind kam Irene Bartels, so ihr Mädchenname, oft auf den Hof der Horns und spielte mit den Geschwistern ihres heutigen Mannes. Und aus den Begegnungen wurde dann letztendlich Liebe, die bis heute gehalten hat. Edmund Horn arbeitete seit 1951 im Chemiewerk Premnitz, dann in einer Ziegelei, 20 Jahre in der Wasserwirtschaft, zehn Jahre in der LPG Altenklitsche und dann noch einmal im Chemiewerk. Im zweiten Grundstück auf dem Hof lebt immer noch der 47-jährige Sohn Andreas. Und auch er hat in Premnitz Arbeit gefunden. Eines seiner Hobbys ist das Motorrad, mit dem er viel in der Gegend unterwegs ist. So interessiert sich sein Vater auch dafür. „Früher habe ich schon Motocross-Rennen besucht, aber heute schaue ich mir das alles nur noch im Fernsehen an“, sagt er lächelnd.

Aktiv in der Kirche

Irene Horn engagiert sich in der Kirchengemeinde. Früher wurden auf dem Gehöft Gottesdienste gefeiert, weiß Friederike von Katte, die für die Kirche dem Jubelpaar gratulierte. Sie brachte nicht nur eine Urkunde mit, sie gestaltete im Wohnzimmer eine Andacht. An die Gäste verteilte sie auch ein Liedblatt mit einem Bild von der Eheschließung des Paares. Die Besucher aus dem Dorf sangen altbekannte Kirchenlieder. In der Andacht brachte Friederike von Katte „frohe Botschaft ins Haus“. Der Trauspruch sei leider verloren gegangen. Deshalb konzentrierte sie sich in ihrer Auslegung auf die Worte, die heute noch an der Hauswand der Horns zu lesen sind: „Wer Gott, dem Allerhöchsten traut, der hat auf keinen Sand gebaut.“ Dann ging es zum Mittagessen in das Brettiner „Parkschlösschen“.